Der Arbeitskreis stellt sich vor

Arbeitsrichtlinie des Arbeitskreises Prozessanalytik der GDCh

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Der Arbeitskreis Prozessanalytik ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, die an der Prozessanalytik chemischer und physikalischer Prozesse interessiert sind. Er ist ein Arbeitskreis innerhalb der Fachgruppe Analytische Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gemäß § 2.2 der Geschäftsordnung der Fachgruppe. Der Arbeitskreis will Personen und Organisationen, die sich mit Prozessanalytik befassen (Chemiker, Ingenieure, Physiker; akademische Institute, Behörden, Vertreter der Industrie), ansprechen.

Der Arbeitskreises will für Industrieanwender, Gerätehersteller, Anwender der Prozessanalytik und Forscher im Bereich der Prozessanalytik im deutschsprachigen Raum ein Forum und eine Wissensplattform bieten. Dieses Forum soll zugleich auch national und international Schnittstelle zu anderen Organisationen auf dem Gebiet der Prozessanalytik sein.
Der Arbeitskreis soll ein sachverständiges Gremium auf dem speziellen Arbeitsgebiet darstellen, das Ergebnisse und Verfahren beurteilen kann.

Definition

Gegenstand der Prozessanalytik sind chemische, physikalische, biologische und mathematische Techniken und Methoden zur zeitnahen Erfassung kritischer Parameter von chemischen, physikalischen, biologischen und Umweltprozessen.
Ziel der Prozessanalytik ist die Bereitstellung von relevanten Informationen und Daten für die Prozessoptimierung, -automatisierung, -steuerung und -regelung zur Gewährleistung einer konstanten Produktqualität in sicheren, umweltverträglichen und kostengünstigen Prozessen.

Zielsetzung des Arbeitskreises

Ziele des Arbeitskreises sind
- Plattform für die o. g. Personen und Organisationen sein;
- Wissenschaftliche Interessensgemeinschaft zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Know-How auf dem Gebiet der Prozessanalytik sein;
- Ansprechpartner in der Chemie für andere naturwissenschaftliche Disziplinen in Bezug auf Fragen der Prozessanalytik sein;
- über Austausch, strategische Diskussionen und Vorhaben hinaus, gezielte Projekt- und Entwicklungsförderung zu betreiben, sowie internationale Kontakte zu etablieren, wo bisher kein koordiniertes Vorgehen vorliegt;
- bei der Ausarbeitung von Normen und Richtlinien, die sein Arbeitsgebiet betreffen mit zu wirken; Dabei soll eine enge Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Arbeitsgruppen gepflegt werden (z. B. Namur AK 3.6 und 3.7). Der Arbeitskreis soll in Gutachten Stellung nehmen zu messtechnischen und analytischen Problemen, die Bedeutung für Gesetze und Verordnungen staatlicher Institutionen erlangen. Er soll Beratertätigkeit und Schiedsrichterfunktionen übernehmen;
- Know-How auf dem Gebiet der Prozessanalytik zu verbreiten (z. B. durch Tagungen und Fortbildungen). Der Arbeitskreis legt diese Veranstaltungen in eigenem Ermessen fest und kann bei Bedarf im Einvernehmen mit der Fachgruppe "Analytische Chemie" auf die organisatorische Hilfe der GDCh- Geschäftsstelle zurückgreifen;
- Schnittstellen zur internationalen Scientific Community zu etablieren und
- Champion für Stärkung des Stellenwerts der Prozessanalytik an Universitäten und Fachhochschulen zu sein (künftig mehr Berücksichtigung in Lehrplänen).

Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft

Der AK ist bezüglich der Mitgliedschaft offen für alle auf dem Gebiet der Prozessanalytik arbeitenden Personen und Organisationen.
- GDCh- Mitglieder, die bereits ordentliches Mitglied der GDCh- Fachgruppe "Analytische Chemie" sind oder ihren Beitritt zu dieser Fachgruppe erklären;
- Interessenten mit Studienabschluss (Bachelor, Diplom/Master (FH oder Uni)), die - ohne selbst Chemiker zu sein - der Fachgruppe "Analytische Chemie" als ordentliches Mitglied und deshalb der GDCh als assoziiertes Mitglied beitreten;
- Interessenten, die nur im Rahmen des AK tätig sein möchten, und weder der GDCh noch der Fachgruppe "Analytische Chemie" als Mitglied angehören wollen. Sie haben innerhalb des AK Prozessanalytik volle Rechte und Pflichten;
- die Mitgliedschaft im Arbeitskreis ist kostenlos für Mitglieder der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh. GDCh-Mitglieder und Mitglieder der DECHEMA zahlen den entsprechenden Fachgruppenbeitrag der Fachgruppe Analytische Chemie. Für Mitglieder, die nur Mitglieder des AK sind, wird ein gesonderter Beitrag erhoben.

Vorstand

Die Mitglieder des AK Prozessanalytik wählen aus ihren Reihen mit einfacher Stimmenmehrheit durch Briefwahl oder durch Abstimmung auf der Mitgliederversammlung einen Vorstand, bestehend aus einem Vorsitzenden und seinen Stellvertretern.
Für die Wahl des Vorstands werden folgende vier Listen erstellt:
• Hochschule / Forschungseinrichtungen
• Industrie / freie Berufe
• Geräte- / Softwarehersteller
• Studentische Mitglieder (vgl. Definition GDCh)

Von jeder der Listen ist jeweils die Person mit den meisten Stimmen als Vorstandsmitglied gewählt. Bei Stimmengleichheit in einer Liste kann auch mehr als eine Person berufen werden. Im Rahmen der Konstituierung teilen die Vorstandsmitglieder die Aufgaben untereinander auf.
Der Vorstand wird auf die Dauer von 4 Jahren gewählt und beginnt seine Amtszeit am 1. Januar des auf die Wahl folgenden Jahres. Wiederwahl ist zulässig. Der Vorsitzende gehört gleichzeitig dem erweiterten Vorstand der Fachgruppe "Analytische Chemie" an.


Die oben aufgeführten Arbeitsrichtlinien wurden in der ersten Mitgliederversammlung am 23. April 2008 in Frankfurt verabschiedet.

Die in blau aufgeführten Änderungen wurden von den Mitgliedern in der zweiten Mitgliederversammlung am 23. April 2008 in Frankfurt diskutiert und beschlossen und vom Vorstand der Fachgruppe Analytische Chemie am 11.07.2008 genehmigt.

Die in grün aufgeführten Änderungen wurden von den Mitgliedern in der zweiten Mitgliederversammlung am 04. November 2012 in Berlin diskutiert und beschlossen und vom Vorstand der Fachgruppe Analytische Chemie am 27.11.2013 genehmigt.

Die in rot aufgeführten Änderungen wurden von den Mitgliedern des AK Prozessanalytik in der Mitgliederversammlung am 26.11.2014 in Gerlingen beschlossen und vom Vorstand der FG Analytische Chemie am 26. November 2015 einstimmig angenommen

 

10 Jahre Arbeitskreis Prozessanalytik

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Geschrieben von: Administrator Dienstag, den 31. März 2015 um 00:00 Uhr

Der Arbeitskreis Prozessanalytik feiert Gründungsjubiläum


Vom 22.-24. Oktober 2002 fand bei der Wacker Chemie in Burghausen ein „Symposium Prozessanalytik“ mit knapp 200 Teilnehmern incl. Ausstellern vor allem aus Deutschland statt. In Gesprächen und Diskussionen wurde die Notwendigkeit deutlich, prozessanalytische Aktivitäten im deutschsprachigen Raum zusammenzuführen und der Prozessanalytik ein „Sprachrohr“ zu geben. Die folgenden etwa zweieinhalb Jahre wurden genutzt, um in zahlreichen persönlichen Einzelkontakten und in Gesprächen mit Behörden, Instituten und Organisationen ein konsensfähiges Konzept für einen organisatorischen Zusammenschluß der Prozessanalytiker zu erarbeiten. Schließlich trafen sich am 31. März 2005 im Carl-Duisberg-Hörsaal des DECHEMA-Hauses in Frankfurt/Main 88 Prozessanalytiker, um den „Arbeitskreis Prozessanalytik“ zu gründen. Er ist ein Arbeitskreis innerhalb der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh und wird von dieser gemeinsam mit der DECHEMA getragen.

In der bei der Gründung verabschiedeten Arbeitsrichtlinie des AK wurde als Ziel der Tätigkeit definiert, für Industrieanwender, Geräte- und Softwarehersteller sowie Forscher im Bereich der Prozessanalytik im deutschsprachigen Raum ein Forum und eine Wissensplattform zu bieten. Dieses Forum sollte zugleich auch national und international Schnittstelle zu anderen Organisationen auf dem Gebiet der Prozessanalytik sein.

 

Schon frühzeitig wurden Kontakte zu anderen prozessanalytisch aktiven Organisationen geknüpft und seitdem ständig vertieft und ausgebaut. Hervorzuheben sind hier insbesondere NAMUR, ISPE, APV oder auch CPACT. Die Hauptaktivität in den ersten Jahren nach der Gründung bestand darin, den AK nach außen hin „sichtbar“ zu machen. Dazu gehört die Organisation eigener wissenschaftlicher Tagungen, wie dem Herbstkolloquium (jährlich im November/Dezember) und der EuroPACT (alle drei Jahre). Neben Tagungen hat sich der Arbeitskreis auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses angenommen. Seit 2007 ist der Arbeitskreis unter den Organisatoren des Interdisziplinären Doktorandenseminars. Auf benachbarten Tagungen (z. B. ProcessNet-Jahrestagung, Wissenschaftsforum, EuroPACT) verleiht der AK Prozessanalytik einen eigenen Preis für herausragende Abschlussarbeiten.

Dem ersten Vorstand des AK 2005-2008 gehörten an: Dr. Stephan Küppers (FZ Jülich; Vorsitzender), Dr. Wolf-Dieter Hergeth (Wacker; Stellvertreter); Prof. Dr. Rudolf Kessler (HS Reutlingen; Schriftführer). Von 2009-2012 bestand der Vorstand aus Prof. Dr. Rudolf Kessler (HS Reutlingen) als Vorsitzender und die beiden Stellvertreter Dr. Dirk Steinmüller (Knick AG, Berlin) und Dr. Wolf-Dieter Hergeth (Wacker Chemie AG, Burghausen). Der amtierende Vorstand 2013-2016 besteht aus Dr. habil. Michael Maiwald (BAM, Berlin, Vorsitz - vertritt die Hochschulen und Forschungsinstitute), Elke Hilscher (KWS SAAT AG, Einbeck - vertritt die Anwender), Dr. Thomas Steckenreiter (Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen - vertritt die Anwender) und Dr. Jens Nolte (Polytec GmbH, Waldbronn - vertritt die Instrumentenhersteller). Für die laufende Amtsperiode beruft der Vorstand einen Erweiterten Vorstand, der ihn bei der Arbeit unterstützt und als Multiplikator dient.

 

Mitgliederentwicklung 2006-2016

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Geschrieben von: Michael Maiwald Samstag, den 11. Juli 2015 um 00:00 Uhr

Mitgliederentwicklung des Arbeitkreises seit 2006 im Vergleich zu den Mitgliederzahlen der Fachgruppe Analytische Chemie und der GDCh (jeweils 2010 relativ zu den Mitgliedern des AK PAT). Angegeben ist der Stand zum Jahresbeginn (01.01.). Davon Anteile Nachwuchsmitglieder (studentische Mitglieder, Jungmitglieder und Mitglieder in Ausbildung).

Stand 14.05.2016 - bitte anklicken zum Vergrößern

 

Der Vorstand 2017-2020

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Geschrieben von: Administrator Sonntag, den 04. Dezember 2016 um 00:00 Uhr

2016 ist von den Mitgliedern des Arbeitskreises ein neuer Vorstand gewählt worden. Der Vorstand amtiert 2017-2020.

Vorsitz:

  • Prof. Dr. Christoph Herwig, TU Wien, Wien/AT, vertritt die Hochschulen und Forschungsinstitute

Vorstandsmitglieder:

  • Alina Matt, Reutlingen, vertritt die Jungmitglieder
  • Dr. Jens Nolte, inno-spec GmbH, Nürnberg, vertritt die Instrumentenhersteller
  • Dr. Martin Gerlach, Bayer AG, Leverkusen, vertritt die Anwender

A. Matt, Prof. Dr. C. Herwig, Dr. J. Nolte, Dr. M. Gerlach  (v.l.n.r.)

 

Der Vorstand kann über folgende E-Mail kontaktiert werden:

vorstand4[ät]arbeitskreis-prozessanalytik.de

 

Jahresbericht des Arbeitskreises Prozessanalytik 2016

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Geschrieben von: Vorstand des AK Prozessanalytik Freitag, den 18. November 2016 um 00:00 Uhr

Mit Ende 2016 geht nicht nur ein ereignisreiches Jahr für die Prozessanalytik zu Ende, sondern auch die Amtszeit des dritten Vorstandes des Arbeitskreises. In den vergangenen vier Jahren hat sich der Arbeitskreis als Plattform für den Trialog zwischen Anwendern, Forschern und Geräteherstellern zum Thema Prozessanalytik stetig weiterentwickelt und verzeichnet einen kontinuierlichen Zuwachs an Mitgliedern, insbesondere aber auch an Teilnehmern bei den Fachveranstaltungen.

Diese erfreuliche Entwicklung wäre ohne die tatkräftige und vor allem kompetente Unterstützung durch die Mitglieder des erweiterten Vorstands kaum möglich gewesen. An dieser Stelle sei daher nochmal ein großer Dank an die Kolleginnen und Kollegen des erweiterten Vorstandes gerichtet, dies natürlich verbunden mit der Hoffnung auf weitere Jahre fruchtbarer Zusammenarbeit im Arbeitskreis Prozessanalytik. Aus der Vorstandsarbeit endgültig verabschieden werden sich zum Ende des Jahres Herr Dr. habil. Wolf-Dieter Hergeth, Herr Prof. Dr. Rudolf Kessler und Herr Dr. Michael Kloska. Allen drei Kollegen gebührt ein aufrichtiger und inniger Dank für ihr besonderes Engagement, das den Arbeitskreis seit seinem Bestehen sehr maßgeblich geprägt hat.

Elfte Sitzung des erweiterten Vorstands des Arbeitskreises Prozessanalytik am 20. Oktober 2016 in Gerlingen zu Gast bei Endress+Hauser Conducta (Bild: E+H)

 

Mit Beschluss durch die letzte Mitgliederversammlung wird der neue Vorstand ab 2017 um ein viertes ordentliches Mitglied erweitert, das insbesondere die Interessen der Jung-Prozessanalytiker vertreten wird. Gerade im Bereich des akademischen Nachwuchses verzeichnet der Arbeitskreis eine anhaltend zunehmende Resonanz, die durch diesen gezielten Ausbau der Mitgliedervertretung  noch weiter gefördert werden soll.

Im Jahr 2016 wurde ein Mitgliederzuwachs von 25 Mitgliedern verzeichnet – darunter 13 Jungmitglieder. Von Jahresbeginn an kletterte die Mitgliederzahl von 314 (62) auf 339 (75) zum November 2016. Knapp ein Viertel der Mitglieder gehören mittlerweile zur Gruppe der Studierenden oder Auszubildenden (Angaben in Klammern).

 

10. Interdisziplinäres Doktorandenseminar 28. Februar–01. März 2016 in Berlin

Das 10. Interdisziplinäre Doktorandenseminar und damit das erste Jubiläumsseminar startete nach dem großen Erfolg im letzten Jahr erneut mit einem Design-Thinking-Workshop zum Thema „Sensorik und Analytik für zu Hause“. Das Thema der Sensorik für zu Hause ist zurzeit von besonders großem Interesse. Nach Impulsvorträgen von Dr. Tobias Merz (Lonza AG, Visp/CH) und Dr. Winfred Kuipers (Krohne Messtechnik GmbH, Duisburg), sowie von Dr. Michael Maiwald (BAM, Berlin) mit dem Thema: "Miniaturisierung von Sensorik und Analytik“ ging es unter der Moderation von Herrn Merz sofort an die mehrstufige Konzeptgestaltung der drei Schwerpunktthemen: „Home Assist“, „Wearables“ und „Mobility“.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 10. Interdisziplinären Doktorandenseminars 2016 in Berlin mit den Prototypen des Design-Thinking-Workshops „Sensorik und Analytik für zu Hause“ (Bild: Maiwald)

 

Die Fachvorträge zeichneten sich durch ihre Vielfalt an Themen und Anwendungsmöglichkeiten aus.  Für alle Themen zeichnet sich gleichermaßen der Trend ab, dass neben dem Erzeugen analytischer oder sensorischer Daten auch ein intelligentes Datenmanagement gefordert ist, um die Informationen zu Entscheidungsdaten zu verarbeiten und entsprechend zu präsentieren.

Auch die Poster zeigten eine große Vielfalt an Forschungsbereichen. Von der Charakterisierung und Identifizierung von Pollen mit Hilfe von SERS, MALDI-TOF-MS und neuronalen Netzen, über Bioprozessüberwachung/-Regelung von CHO-Zellkultivierungen, bis hin zur Prozesskontrolle an hoch trüben Polymerdispersionen mit PDW-Spektroskopie, war alles vertreten.

Der Abschlussvortrag des Doktorandenseminars wurde von Dr. Roland Hass (Universität Potsdam und PDW Analytics GmbH, Potsdam) mit dem Titel „Vom PAT Doktoranden zum Geschäftsführer – Eine „Patt“-Situation“ gehalten. Dabei wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gezeigt, was bei einer Firmengründung zu beachten ist und welche ungeahnten Probleme auftreten können.

 

Analytica Conference München – Sessions „Optimal Experimental Design“ und „Spectroscopic Techniques for Bioprocess Monitoring”

Zur im Mai 2016 stattfindenden Analytica Conference in München organisierte Prof. Dr. Bernd Hitzmann (Universität Hohenheim) vom AK Prozessanalytik gleich zwei gut besuchte Sessions. Die Versuchsplanung hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, obgleich die ersten Arbeiten hierzu schon vor fast hundert Jahren von Herr Ronald Fisher durchgeführt wurden. Im Unterschied zu einer Versuchsplanung, die ohne Vorwissen über den betrachteten Prozess auskommen muss, wird bei der optimalen Versuchsplanung Vorwissen in Form eines mathematischen Modells vorausgesetzt. In diesen Fällen können gezielt Versuchspläne berechnet werden, die mit geringsten Aufwand zu einem Höchstmaß an Information über den Prozess führen. In der Session „Optimal experimental design“ wurde an unterschiedlichen Beispielen die Vorteile dieser Versuchsplanung aufgezeigt. Spektroskopischen Verfahren zur Überwachung von biotechnischen Prozessen zeichnen sich dadurch aus, dass sie berührungslos und ohne Reaktanden eingesetzt werden können und dass das Analyseergebnis nahezu ohne Zeitverzögerung zur Verfügung steht. Zumeist ist man auf chemometrische Auswerteverfahren wie die Hauptkomponenten­analyse angewiesen. Die Beiträge einer weiteren Session „Spectroscopic Techniques for Bioprocess Monitoring” umfassten sie die Herausforderungen, Einschränkungen und das Potential spektroskopischer Verfahren.

 

12. Kolloquium Prozessanalytik in Berlin zum Themenschwerpunkt: „Prozessanalytik in der Pharma- und Lebensmitteltechnologie“

Das 12. Kolloquium würdigte mit dem diesjährigen Schwerpunkt auf der Pharma- und Lebensmittel-technologie zwei technisch-wissenschaftliche Bereiche, die sich zum einen die Aufgabe gestellt haben, für jeden und jede Krankheit etwas parat zu haben, und zum anderen daran arbeiten, nicht nur den Hunger zu bekämpfen, sondern täglich auch eine unermessliche Auswahl an Lebensmitteln für eine ausgewogene Ernährung zur Verfügung zu stellen.

Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Prozessanalytik-Fachtagung, die in diesem Jahr bei der Bayer Pharma AG in Berlin zu Gast war. Zum zweiten Mal wurde dem Kolloquium eine Opening Session mit Einführungsvorträgen zum Themenschwerpunkt am Vortrag vorangestellt, die von über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurde. Das Programm wurde durch 16 Aussteller und fast 30 Posterbeiträge abgerundet.

In beiden Arbeitsgebieten bestehen nach wie vor große Herausforderungen. Phamaka etwa stehen bei weitem nicht überall auf der Welt in gleichmäßiger Qualität und bezahlbar zur Verfügung. Auch die noch immer schnell wachsende Bevölkerung sowie der fortschreitende Klimawandel stellen die Lebensmittel-produzierende Industrie sowie die Erzeuger vor die immer größer werdende Aufgabe, nachhaltigere und insbesondere ergiebigere Verfahren zu entwickeln und umzusetzen. Die Prozessanalytik kann und wird an diesen Stellen ihren Beitrag leisten.

Die Anforderungen an die Prozessanalytik für die Pharma- und Lebensmittelproduktion weisen viele Parallelen auf. So sind beide Bereiche heutzutage regulatorischen Anforderungen unterworfen, die auf der Basis einer risikobasierten Vorgehensweise beruhen, womit Entwicklungs-, Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse sowohl für die Produzenten als auch für die überwachenden Behörden deutlich verbessert und beschleunigt worden sind. Diese erfreuliche Entwicklung hat ihr Ende aber noch lange nicht gefunden und die die Verfahren befinden sich noch immer in einem starken Wandel. Dennoch haben sie bereits jetzt dazu beigetragen, dass zum Beispiel viele Produktionsmaschinen und Teilanlagen ihre Prozessanalytik bereits an Bord haben, wie etwa der Mähdrescher mit eingebauter Online-Spektroskopie und GPS-Kartierung für das Precision Farming oder die Gefriertrocknungsanlage mit 100-%-Trocknungskontrolle am vereinzelten Produkt.

Auf dem Kolloquium wurden die wichtigsten Herausforderungen zu den Themen technologie- und verbrauchergetriebenen Herstellungsverfahren, von Phenotyping und Digital Farming über rote und grüne Biotechnologie bis hin zur Laborautomation unter Einsatz der Hochdurchsatz-Experimentation aufgegriffen. Die in der Pharma- und Lebensmittelherstellung gesteckten Ziele sind hoch und entsprechend groß sind die zu erwartenden Vorteile: Im sogenannten Real Time Release wird die Qualität des finalen (Zwischen-)Produktes ausschließlich aus In-Prozess-Kontrollen oder Prozessdaten abgeleitet. Für jede produzierte Charge lässt sich die Konformität zu akzeptierten Qualitätsmerkmalen aufzeigen und diese damit ohne weitere Endkontrolle freigeben. Der konsequente Einsatz von Real Time Release ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die kontinuierliche Produktion (Continuous Manufacturing), die die Pharmazeutische Industrie eines Tages adaptieren wird. Im historischen Rückblick haben sich fast ausnahmslos alle Zweige der Produktion in der Prozessindustrie mehr und mehr hin zu einer kontinuierlichen Produktion gewandelt. Man kann davon ausgehen, dass die Qualitätssicherungskosten bei konsequenter Implementierung von PAT von derzeit ca. 30 % in zukünftig einen kleinen einstelligen Prozentbereich der COGS gesenkt werden können. Gleichzeitig führt der Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der Produkte selbst sowie ihrer Herstellungsprozesse. Die Qualität wird sozusagen intrinsisch eingebaut. So kann die Sicherheit für den Verbraucher sogar noch gesteigert werden und der Kostenanstieg im Gesundheitssystem wird deutlich gedämpft.

 

Ad-Hoc Arbeitskreise

Diskussionsrunde des Ad-Hok-Arbeitskreises „Prozessführung“ auf der ACHEMA in Frankfurt Die Miniaturisierung von optischen Spektroskopie-Systemen (MOSS) ist ein permanent fortschreitender Prozess. In kurzer Folge werden immer kleinere Module und intelligente Cloud-basierte Systeme angekündigt. Dieser Trend beeinflusst zunehmend die Prozessanalytik, dies ließ sich durch die Mitglieder der Arbeitsgruppe klar herausarbeiten. Auch in Zusammenhang mit der Digitalisierung und Vernetzung von Prozessen im Zuge von Industrie 4.0. wird diese Entwicklung weiter an Fahrt gewinnen. Von 2014 bis 2016 beschäftigte sich daher die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe „Miniaturisierung von Messsystemen – eine Chance für die Prozessanalytik“ mit diesem Thema.

Der Ad-Hoc Arbeitskreis „Spannungsfeld zwischen daten- und modellbasierter Prozessführung“ war 2016 sehr aktiv und hat sein Thema in mehreren Treffen stark vorangebracht. Anfang 2017 werden die erste wissenschaftliche Publikation des Arbeitskreises sowie ein Whitepaper erscheinen.

 

Berlin, November 2016, gezeichnet

Elke Hilscher, Dr. Michael Maiwald, Dr. Jens Nolte, Dr. Thomas Steckenreiter
Vorstand des AK Prozessanalytik

mit Dank an Prof. Dr. Bernd Hitzmann

 

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Jahresbericht 2016

   

Arbeitskreis Prozessanalytik

Gegenstand der Prozessanalytik sind chemische, physikalische und biologische Techniken und Methoden zur zeitnahen Erfassung stoffspezifischer Parameter in verfahrenstechnischen und Umweltprozessen.

Der Arbeitskreis Prozessanalytik bietet für Industrieanwender, Gerätehersteller und Forscher im Bereich der Prozessanalytik im deutschsprachigen Raum eine Wissensplattform und ein Forum zur Diskussion sowie zur Vorbereitung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten in der Entwicklung und Anwendung von prozessanalytischen Lösungen

Das Thema Prozessanalytik hat sich in den letzten Jahren stürmisch entwickelt. Das enorme Potenzial, das in der Inline- und Online-Analyse während des Verarbeitungsprozesses steckt, optimiert den Prozess, macht ihn sicherer, vermeidet unnötige Nebenprodukte, entlastet die Umwelt, schont Ressourcen und stärkt damit Nachhaltig die Standorte im deutschsprachigen Raum und in Europa.

Mitglieder des Arbeitskreis sind Personen, die an der Prozessanalytik chemischer und physikalischer Prozesse interessiert sind. Er ist ein Arbeitskreis innerhalb der Fachgruppe Analytische Chemie der GDCh. Der Arbeitskreis spricht Chemiker, Ingenieure, Physiker; akademische Institute, Behörden, Vertreter der Industrie an.

 

Der Arbeitskreises bietet für Industrieanwender und Forscher im Bereich der Prozessanalytik im deutschsprachigen Raum ein Forum und eine Wissensplattform. Dieses Forum ist zugleich auch Schnittstelle zu den Organisationen auf dem Gebiet der Prozessanalytik in der EU.

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