18. Interdisziplinäres Doktorandenseminar 2025

18. Interdisziplinäres Doktorandenseminar 2025

Das Ziel des jährlichen Doktorandenseminars des Arbeitskreis Prozessanalytik der GDCh ist der interdisziplinäre, wissenschaftliche Erfahrungsaustausch zwischen DoktorandInnen des Forschungsgebietes der Prozessanalytik und angrenzender Felder. Die DoktorandInnen haben die Möglichkeiten, ihre Forschungsarbeiten in Form von Postern oder Präsentationen vorzustellen und von einem Erfahrungsaustausch zu profitieren. Der Netzwerkgedanke wird hier großgeschrieben. Das Rahmenprogramm ist darauf ausgelegt, sich kennenzulernen und zu vernetzen.

Hard Facts

Veranstaltungsort

TU Freiberg
Akademiestraße 6,
09599 Freiberg, Germany

Veranstaltungszeitraum

23.-25.09.2025

Thema

Das Motto des AK-PAT-Doktorandenseminars heißt dieses Jahr:

„PAT und Du – Wie macht Ihr Zukunft messbar?“

Das Highlight dieses Jahr ist unser Workshop „Pitch & Poster – Wissenschaft auf den Punkt gebracht

In diesem Workshop lernen Promovierende, wie sie ihre Forschung prägnant und überzeugend präsentieren – sei es in einem kurzen Poster Pitch oder durch ein klar strukturiertes wissenschaftliches Poster. Gemeinsam erarbeiten wir, was einen guten Pitch ausmacht, wie man komplexe Inhalte verständlich kommuniziert und worauf es bei der visuellen Gestaltung eines Posters ankommt.

Was erwartet euch?

  • Grundlagen eines erfolgreichen Poster Pitches
  • Übungen zur Präsentationen
  • Gestaltungstipps für wissenschaftliche Poster
  • Gestaltung eines eigenes Posters
  • Individuelles Feedback zu Pitch und Design

HINWEIS: Bereitet für das Doktorandenseminar bitte vorab keine Präsentationen oder Poster vor. Wir senden Euch stattdessen ca. 14 Tage vor der Veranstaltung per E-Mail einen kompakten Vorbereitungsbogen zu.

Anmeldung

Ihr könnt euch bis zum 31.08.2025. 23:59 Uhr anmelden. Bitte füllt hierzu dieses Anmeldeformular aus. Schreibt ins Anmeldeformular auch hinein, ob Ihr am Donnerstag an der Einfahrt ins Bergewerk teilnehmen werdet. Sendet das ausgefüllte Formular bitte an:

Doksem@arbeitskreis-prozessanalytik.de

Die eingereichten Beiträge müssen sich NICHT zwingend an dem diesjährigen Thema orientieren.

Zusätzlich werden Preise für das beste Poster und die besten Vorträge vergeben.

Wir freuen uns auf Eure Anmeldung und Teilnahme. Zögert nicht, bei Fragen an uns heranzutreten.

Tagungsplan

Dienstag, 23.09.:
15.30 Uhr                     Kennenlernen und geselliges Zusammensein mit open End

Mittwoch, 24.09.:
8-18 Uhr                       Workshop „Pitch & Poster – Wissenschaft auf den Punkt gebracht“
19.30 Uhr                     Gemeinsames Abendessen mit open End

Donnerstag, 25.09.:
8.00-11 Uhr                  Präsentation der Pitches, Poster und Preisverleihung
12.30-14.30 Uhr            Einfahrt ins Bergwerk „Reiche Zeche“

Empfehlung für Unterkünfte

ELLY HOTEL & HOSTEL
Dresdner Straße 30
09599 Freiberg

+49 (0) 3731 69 27 779
info@elly-hostel.de
www.elly-hostel.de

Reisekostenstipendium für Doktoranden

Deine Reisekosten übernehmen wir gerne – Bei Interesse an einer nachträglichen Reisekostenübernahme geht während des Doktorandenseminars gerne auf uns zu. Wir übernehmen einen Betrag von bis zu 350 Euro. Maßgeblich ist die Richtlinie der GDCh:  Reisekosten | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

21. Mai 2025 Veranstaltungen

20 Jahre AK PAT – Vom mutigen Start zum etablierten Netzwerk

post by Marilena Pagano

Ein Editorial zum 20-jährigen Bestehen des Arbeitskreises Prozessanalytik (AK PAT)

Der Anfang einer Bewegung

Im Jahr 2005 war Prozessanalytik ein noch  wenig sichtbares Feld, verstreut über zahlreiche Organisationen und Branchen. Ein erstes „Symposium Prozessanalytik“ im Oktober 2002 bei Wacker Chemie in Burghausen offenbarte bereits das große Interesse: Rund 200 Fachleute aus verschiedenen Bereichen kamen zusammen.

Rudolf Kessler erinnert sich: „Meiner Meinung nach war diese Veranstaltung der entscheidende Auslöser für die Gründung des Arbeitskreises Prozessanalytik.“ Schon in den 1980er Jahren erkannte er das Potenzial der optischen Spektroskopie für die Inline-Qualitätskontrolle und richtete seine Forschung entsprechend aus. Kontakte zu internationalen Pionieren wie Kowalski und Wold sowie zu Netzwerken wie CPACT und IFPAC inspirierten ihn, ein deutsches Pendant zu gründen.

Vereinzelte Initiativen blieben jedoch wirkungslos – „Nur ein Zusammenschluss der Gruppen versprach Schlagkraft und Sichtbarkeit“, so Stephan Küppers. Mit dieser Überzeugung initiierte ein engagierter Kreis aus Industrie und Wissenschaft die Gründung des AK PAT.

Am 31. März 2005 war es soweit: 88 Prozessanalytiker*innen – weit mehr als erwartet – versammelten sich im DECHEMA-Haus in Frankfurt zur Gründungsveranstaltung. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wirklich so viele kommen“, erinnert sich Wolf-Dieter Hergeth.

Abbildung 1: Der erste Vorstand des Arbeitskreises Prozessanalytik. Von Links nach Rechts: Dr. Stephan Küppers, Dr. Wolf-Dieter Hergeth und Prof. Rudolf Kessler (credits: Dr. Wolf-Dieter Hergeth)

Herausforderungen meistern

Schon früh stellte sich die Frage: Ist PAT eher Chemie oder Technik? „Es sollte nicht nur chemieorientiert sein, aber wo bindet man es an?“ Diese Unsicherheit prägte die ersten Diskussionen. Während die DECHEMA früh Offenheit zeigte, zog die GDCh später nach. Kessler ergänzt: „PAT wurde in der Industrie schon lange angewandt, aber nie explizit unter PAC oder PAT etabliert.“

Eine besondere Herausforderung war, dass die meisten Anwendungen in der Großindustrie angesiedelt waren, während einige PAT-Gerätehersteller aus dem Mittelstand (KMUs) kamen.

Eine gemeinsame Kommunikationsplattform aufzubauen, gestaltete sich schwierig – selbst in einem Arbeitskreis, der aktiv den Austausch zwischen Industrie, Forschung und Herstellern fördert.

Diese Herausforderung wurde noch komplexer, als das Ziel formuliert wurde, die Politik in den Austausch einzubeziehen, um einen strukturierten Dialog zwischen Industrie, Forschung, Herstellern und Politik zu ermöglichen.

Der Aufbau war nicht einfach – Skepsis aus verschiedenen Institutionen begleitete die Gründung. Doch der Glaube an die Idee war stärker. „Ich denke, man darf die Skepsis und Widerstände einfach ignorieren und muss einfach machen…“, so Küppers.

Auch Christoph Herwig erinnert sich: „Natürlich gab es in der DECHEMA und GDCh andere Arbeitskreise, die dachten, das Thema Analytik und Prozessanalytik abzudecken. Doch schnell wurde klar, dass sich der AK PAT gezielt auf PAT konzentriert und einen echten Mehrwert bietet.“

Mit der rasanten Entwicklung neuer Analysetechniken – auch über die Spektroskopie hinaus – rückte zunehmend die Frage in den Vordergrund, was mit den gewonnenen Analysedaten geschieht. Messen allein reichte nicht mehr.

Es wurde deutlich, dass die Transformation von PAT-Daten in nutzbare Informationen und schließlich in Wissen genauso wichtig ist. Dieses Wissen dient wiederum als Grundlage, um mithilfe intelligenter Prozesskontrolle, etwa durch digitale Zwillinge, aktiv in Prozesse einzugreifen.

PAT umfasst heute weit mehr als nur Messungen – es integriert Datenwissenschaften und Prozess-Systemtechnik und schafft so die Brücke zwischen Datenerfassung, Datenverarbeitung und deren Rückführung in optimierte Prozesssteuerungen.

Durch die Zusammenarbeit von KMUs, Großindustrie und internationalen Netzwerken gelang es, eine stabile Basis zu schaffen – unabhängig von formalen Strukturen. Das Fundament war gelegt.

Meilensteine und bewegende Momente

Ein sichtbares Symbol des AK PAT war von Anfang an sein Logo – „damit waren wir dann sichtbar“. Veranstaltungen wie das erste Herbstkolloquium 2005 bei Merck oder die Jahrestagung 2006 an der BAM wurden zu tragenden Säulen des Netzwerks.

Ein Höhepunkt war die EuroPACT 2008 in Frankfurt – die erste europäische PAT-Konferenz in Deutschland. „Damit hatten wir das Ziel erreicht…“, erinnert sich Küppers. Auch Kessler betont: „Die Gründung der EuroPACT in Zusammenarbeit mit CPACT war ein großer Erfolg.“

Besonders wichtig war von Anfang an die Nachwuchsförderung – sei es durch Posterpreise, Abschlussarbeiten, den heutigen Michael Maiwald Preis  oder den Process Analytics Award for Young Scientists. Dadurch bekam PAT Sichtbarkeit und junge Talente fanden ein Forum. Herwig ergänzt: „Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben, mehr Jungmitglieder für PAT zu interessieren und sie sogar im Vorstand etablieren konnten.“ Dazu haben insbesondere auch die Doktorandenseminare beigetragen, die seither einen festen Platz im Veranstaltungskalender haben.

Auch die Kamingespräche bleiben unvergessen – „bei Wein und lockerer Atmosphäre… haben den Zusammenhalt gefördert“, erinnerte sich Hergeth. Neben der Fachkompetenz entstand so eine echte Gemeinschaft.

Abbildung 2: Die 1. Europact in Frankfurt 2008 mit der damaligen Preisträgerin vom Process Analytics Award for Young Scientists Rosalynne Watt (credits: Dr. Wolf-Dieter Hergeth)

Was heute zählt – Aktuelles aus dem AK PAT

Auch 20 Jahre nach der Gründung ist der Arbeitskreis weiterhin in Bewegung. Neue Arbeitsgruppen wie die PAT Senior Experts verbinden Erfahrung und frische Ideen. Die Ad-Hoc AGs zu KI in der PAT oder PAT im Kontext der Kreislaufwirtschaft Seminare bearbeiten aktuelle Schwerpunktthemen. Kolloquien und Webformate fördern weiterhin Vernetzung und Wissenstransfer – der Austausch zwischen Anwendern, Herstellern und Forschung bleibt lebendig.

Veranstaltungen wie das Herbstkolloquium, zuletzt u.a. in Darmstadt, beeindrucken mit inhaltlicher Tiefe und lebendiger Atmosphäre. Auch inhaltlich geht es weiter: Publikationen zur Hybridmodellierung, neue Ansätze im Bereich Softsensorik, Digitalisierung und datenbasierte Prozesskontrolle prägen heute die Themen des Arbeitskreises.

Abbildung 3: Das 19. AK PAT-Herbstkolloquium bei MERCK in Darmstadt (Foto: Katharina Dahlmann)

Blick nach vorn – Herausforderungen und Chancen

Auch nach 20 Jahren bleibt viel zu tun. PAT ist zwar in vielen Industrien präsent, aber strukturell nicht immer nicht ausreichend verankert. Kessler merkt an: „Nach wie vor besteht das Problem, die Kommunikation zwischen der Großindustrie und den innovativen KMUs erfolgreich zu verknüpfen.“

Auch der Wissenstransfer ist ausbaufähig – es fehlt an Masterprogrammen mit PAT-Schwerpunkt. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen: Digitalisierung, KI und Prozesssimulation bieten großes Potenzial.

„PAT ist mehr als Messen – es geht darum, Daten in Wissen zu transformieren und dieses Wissen gezielt zur Prozesskontrolle zu nutzen.“, so Herwig. Der AK PAT bleibt dabei Plattform und Impulsgeber für Forschung, Industrie und nun auch für Senior Experts.

Fazit: Gemeinsam in die Zukunft

Heute blicken wir auf 20 Jahre voller Pioniergeist, Vernetzung und Austausch zurück. Aus einer mutigen Idee ist ein starkes, anerkanntes Netzwerk gewachsen. Was einst auf Skepsis stieß, hat sich längst als wertvolle Plattform etabliert. Aus vielen Einzelnen ist ein gemeinsames Wir geworden.

In den kommenden Jahren wollen wir noch mehr Gelegenheiten schaffen, um Verbindungen zu stärken und neue Kooperationen einzugehen – durch innovative Formate wie Web-Seminare, praxisorientierte Workshops und verstärkte internationale Partnerschaften. Dabei sind alle Mitglieder herzlich eingeladen, aktiv unsere Themen mitzugestalten und alle nicht Mitglieder aus der PAT sind eingeladen, Mitglied zu werden und sich einzubringen.

Mit einer soliden Basis im Rücken und einem klaren Blick nach vorn gehen wir weiter – mutig, offen und gemeinsam.

Auf die nächsten 20 Jahre!

Abbildung 4: Jubiläumslogo 20 Jahre AK PAT

31. März 2025 Blog

Bericht zum 19. Kolloquium 2024

post by Felix Spiske

„P2P – Mit PAT in die Zukunft

Das AKPAT Herbstkolloquium 2024 fand vom 04. bis 06. Dezember bei der Firma Merck in Darmstadt statt.

Auf dem Herbstkolloquium förderte der AK PAT auch im Jahr 2024 wieder einen ebenso informativen wie inspirierenden Trialog zwischen WissenschaftlerInnen, AnwenderInnen und GeräteherstellerInnen im Bereich der Prozessanalytik – diesmal unter dem Motto P2P – Mit PAT in die Zukunft“. Der Gastgeber Merck bot den KolloquiumteilnehmerInnen interessante Einblicke in die Pharmazeutische Entwicklung, die Laborautomatisierung und in die zentrale Analytik. Neben Vorträgen und Postern in aktuellen Schwerpunktkategorien der PAT stand außerdem eine PAT-Pulse Session inklusive eines intensiven offenen Brainstormings zum Thema KI in der PAT auf der Agenda. Zukunftsweisend war bereits am ersten Tag eine Gruppenarbeit, die sich mit der Fragestellung auseinandersetzte, wie sich die Aktivität und der Erfahrungsschatz der PAT-Senioren durch den AK PAT sowohl animieren als auch erhalten lassen.

Das Konferenz-Dinner im Darmstädter Braustüb‘l schuf nicht nur Gelegenheit, in kommunikativem und heiterem Zusammensein miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Gesichter und Themen des wie immer bunt gemischten Publikums des Herbstkolloquiums kennenzulernen, sondern umfasste außerdem die Verleihung des Michael-Maiwald-Preises an Luise Friederike Kaven und Marlene Kauffmann für deren herausragende Dissertation bzw. Bachelorarbeit.

Der dritte Veranstaltungstag startete mit der Vergabe des Trialogstipendiums an Leonie-Lara Uth. Sie befasst sich in ihrer Promotion an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit dem Einsatz verschiedenster Prozessanalysetechnologien um die Herstellung orodispersibler und mukoadhesiver Filme zu analysieren und zu optimieren. Ebenso feierlich wie er begann, endete der dritte Tag und damit das Herbstkolloquium 2024 mit der Verleihung der Posterpreise an Carlos Teixeira (KWS, Einbeck), Felix Spiske (TUBAF, Freiberg), Miranda Eisenköck (CHASE GmbH, Wien), Wolfgang Ferstl (BASF, Ludwigshafen) und Kim Brettschneider (Uni Hamburg).

Ehrung der Arbeiten von Luise Friederike Kaven (mitte rechts) und Marlene Kauffmann (mitte links) im Rahmen des Michael-Maiwald-Preises. Links im Bild Ulrich Panne, rechts im Bild Martin Jäger (Foto. Katharina Dahlmann).

Vergabe des Trialogstipendiums an Leonie-Lara Uth. (Foto: Katharina Dahlmann)

Verleihung der Posterpreise an Carlos Teixeira, Felix Spiske, Miranda Eisenköck, Betina Kessler & Wolfgang Ferstl (nicht im Bild) und Kim Brettschneider. Rechts im Bild: Robin Legner des erweiterten Vorstand des AK PAT. (Foto: Katharina Dahlmann.)

Ein Hoch auf das gelungene AK PAT Herbstkolloquium 2024 bei MERCK in Darmstadt! (Foto: Katharina Dahlmann)

25. März 2025 Blog

Kick-Off-Meeting der Arbeitsgruppe PAT-Senior Experts des AK PAT der GDCh

post by Martin Gerlach

Am 24. Februar 2024 fand das erste Online-Kick-Off-Meeting der neu gegründeten Arbeitsgruppe PAT-Senior Experts des AK PAT der GDCh statt. In dieser zweistündigen Sitzung kamen engagierte Mitglieder des erweiterten Vorstands zusammen, um über die Herausforderungen und neuen Aktivitäten zu diskutieren, die sich aus dem Rückzug erfahrener Senior Expert*innen aus dem aktiven Arbeitskreis ergeben.

Zusammensetzung des Teams

Das Team setzt sich aus einer Vielzahl von PAT-Fachleuten zusammen, die über langjährige Erfahrungen in der Prozessanalytik verfügen. Dazu gehören Frank Gruembel von der Lanxess AG, Matthias Raedle von der Hochschule Mannheim, Lutz Mayer von der Hellma GmbH & Co. KG sowie Michael Kloska, der ehemals als PAT-Leiter bei der BASF SE tätig war. Darüber hinaus sind auch ehemalige PAT-Leiter aus der Industrie vertreten, darunter Stefan Stieler von Bilfinger und Berger sowie Thomas List von der Wacker Chemie AG. Martin Gerlach, der im Vorstand des AK PAT für das Thema PAT-Senior Experts verantwortlich ist, leitet die Gruppe.

Die Herausforderung des Wissensverlusts

In den letzten Jahren haben viele erfahrene Senior Expert*innen den Ruhestand angetreten und sich zunehmend aus dem aktiven Teil des Arbeitskreises zurückgezogen. Dieser Trend hat zu einem spürbaren Verlust an wertvoller Expertise geführt, der sowohl den Vorstand als auch den erweiterten Vorstand zutiefst betrübt. Langjährige Kolleginnen und Kollegen, die über umfangreiche Erfahrung und Know-how im Bereich der Prozessanalytik verfügen, haben den Arbeitskreis verlassen oder sind nur noch passive Mitglieder. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde die Arbeitsgruppe gegründet.

Zielsetzung der Arbeitsgruppe

Die Hauptaufgabe der Arbeitsgruppe besteht darin, besondere Rahmenbedingungen und Unterstützungen für die Senior Expert*innen zu erarbeiten. Hierzu sollen maßgeschneiderte Beitragspakete über die GDCh und den AK-PAT entwickelt werden, die den Interessen der Senior Expertinnen Rechnung tragen und ein weiteres Engagement attraktiv gestalten. Es ist von entscheidender Bedeutung, Wege zu finden, wie die Senior Expert*innen auch im Ruhestand weiterhin aktiv und engagiert im Arbeitskreis PAT der GDCh zu Nutzen aller Mitglieder*innen eingebunden werden können.

Zusammenarbeit und Engagement

Im ersten Treffen verständigte man sich aktiv darüber, wie die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe gestaltet werden soll. Es wurde betont, dass die Themen, die im Rahmen dieser Gruppe erarbeitet werden, dem Nutzen aller Mitglieder dienen sollen. Die Mitglieder sind eingeladen, ihre Ideen und Vorschläge einzubringen, um die Arbeitsgruppe zu bereichern und die Interessen der Senior Expert*innen bestmöglich zu vertreten.

Einladung zur Mitwirkung

Wer sich aktiv an der Arbeit dieser Arbeitsgruppe beteiligen möchte, ist herzlich willkommen. Interessierte können sich gerne an Martin Gerlach unter der E-Mail-Adresse martin.gerlach@bayer.com wenden. Die Arbeitsgruppe freut sich auf neue Mitglieder, die ihre Expertise und Ideen einbringen möchten, um gemeinsam die Herausforderungen zu meistern und die wertvolle Erfahrung der Senior Expert*innen im AK PAT zu bewahren.

Insgesamt stellt das Kick-Off-Meeting einen wichtigen Schritt dar, um die Lücke an Erfahrung und Wissen im AK PAT zu schließen und sicherzustellen, dass die Senior Expert*innen auch in Zukunft eine aktive Rolle im Arbeitskreis spielen können.

14. März 2025 Blog

Jahresbericht 2024

Neuwahl des Vorstands für die Periode 2025–2028

Mit Beginn des Jahres 2025 übernahm der Ende 2024 neu gewählte Vorstand, bestehend aus Dr. Tobias Eifert (Anwender), Dr. Martin Gerlach (PAT-Senioren), Prof. Dr. Martin Jäger (Hochschule), Marilena Pagano (Instrumentenhersteller) und Felix Spiske (Junganalytiker) die Amtsgeschäfte.
Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wurde Tobias Eifert zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt. Dabei wurde die Bedeutung einer strategischen und breit gefächerten Aufgabenverteilung betont, bei der Verantwortlichkeiten für die zentralen Themen klar definiert und innerhalb des Vorstands zugewiesen werden, um eine effektive und teamorientierte Zusammenarbeit sicherzustellen.
Mit der Neuwahl verabschiedeten sich Maik Müller und Dr. Katharina Dahlmann aus dem Vorstand. Ihre langjährige und außerordentlich engagierte Mitwirkung hat den Arbeitskreis nachhaltig geprägt und maßgeblich zur erfolgreichen Weiterentwicklung seiner Ziele beigetragen. Wir möchten ihnen unseren tief empfundenen Dank für ihre wertvolle Arbeit und ihren unermüdlichen Einsatz aussprechen. Für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir ihnen von Herzen alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

Ein neuer Fokus: Die Wertschätzung der Senior Expert*innen im AK-PAT

Ein besonderer Fokus liegt in dieser Periode auch auf der Wertschätzung und Integration der Senior-Expert*innen im Arbeitskreis. Seit dem 26. März 2024 gibt es im Vorstand einen neuen Bereich, der sich auf die Integration und Wertschätzung der Senior-Expert*innen konzentriert. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem Fachwissen bereichern die Senior-Expert*innen den Arbeitskreis und tragen entscheidend zur Weiterentwicklung der Prozessanalytik bei. Sie fördern den Wissenstransfer zwischen den Generationen und stehen dem Arbeitskreis als wertvolle Berater*innen zur Seite. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem Fachwissen leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Weiterentwicklung des AK PAT und tragen maßgeblich dazu bei, Wissen über Generationen hinweg weiterzugeben. Weitere Informationen entnehmen Sie hier: https://arbeitskreis-prozessanalytik.de/blog/ein-neuer-fokus-die-wertschaetzung-der-senior-expertinnen-im-ak-pat/

Änderungen im erweiterten Vorstand

Der Vorstand berief auch in dieser Periode einen erweiterten Vorstand, bestehend aus je drei Mitgliedern aus den Bereichen Anwender, Hersteller, Academia, Junganalytiker und Senioren. Der erweiterte Vorstand umfasst somit 20 Mitglieder, die sich seit ihrer Berufung im Januar 2025 engagiert in die Aktivitäten des Arbeitskreises einbringen.

Mitglieder und Außendarstellung

Anfang Dezember zählte der Arbeitskreis 412 Mitglieder, darunter 118 Jungmitglieder. Auch im Jahr 2024 verzeichnete der AK PAT erneut einen überdurchschnittlichen Zuwachs an Jungmitgliedern.
Folgende Struktur ergibt sich im Einzelnen:

  • Mitglieder: 412Jungmitglieder: 118
  • Firmen: 3
  • Gastmitgliedschaften: 85
  • Doppelmitglieder (+ GÖCh): 28 (+2)
  • Senioren: 15

Im Jahr 2024 wurde der Fokus verstärkt daraufgelegt, die PAT-Talks als zentrales Kommunikations- und Wissensformat noch mehr in den Vordergrund zu rücken. Mit einer gezielten Strategie wurde die Reichweite dieses Formats erheblich gesteigert, um sowohl die Sichtbarkeit des Arbeitskreises als auch das Interesse an der Prozessanalytik weiter zu fördern.
Parallel dazu wurde weiterhin aktiv für die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Mitgliedschaft im Arbeitskreis geworben, um die interdisziplinäre Ausrichtung und die Vielfalt der Fachdisziplinen innerhalb der Prozessanalytik zu stärken. Die Trägerschaft der GDCh und die enge Zusammenarbeit mit der DECHEMA bildeten dabei weiterhin ein stabiles Fundament. Die zunehmende Bedeutung der Prozessanalytik für Berufsgruppen jenseits der Chemie wurde gezielt adressiert, um neue Mitglieder für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen.
Dank des engagierten Einsatzes jedes einzelnen Mitglieds sowie der intensivierten Außendarstellung und Kommunikation konnten im Jahr 2024 beeindruckende Erfolge verzeichnet werden:

  • LinkedIn AK PAT Profil
    • Follower: 1.290 / zum Stichtag 13.01.2025
    • Beiträge: 43
  • LinkedIn Gruppe Mitgliederbereich
    • Mitglieder 128
    • Beiträge: 27
  • LinkedIn Live Events „PAT Talk“: 7
  • E-Mail Newsletter: 12
  • Webseite Blogeinträge : 4
  • Website Stellenausschreibungen: 10

Die erzielten Erfolge sollen ab 2025 nachhaltig fortgeführt werden, um die PAT-Community kontinuierlich mit aktuellen Neuigkeiten zu versorgen, neue Mitglieder für den Arbeitskreis zu gewinnen und den Dialog sowie den gegenseitigen Austausch unter den Mitgliedern weiter zu intensivieren.

Weiterbildungskonzept

In 2023 wurde am 18. und 19. April unter Leitung von Martin Gerlach und in enger Kooperation mit der DECHEMA als Ausrichter die erste Weiterbildung unter dem Thema „Optische Messtechnik in der industriellen PAT-Anwendung“ sehr erfolgreich durchgeführt.
An der Weiterbildung nahmen 21 Mitglieder, Nichtmitglieder und Referenten teil. Neben Vorträgen stand vor allem der Austausch zwischen erfahrenen PAT-lern und den Interessierten im Vordergrund. Einen ausführlichen Bericht zu der Weiterbildung finden Sie hier.

Trialog-Stipendium

Der AK PAT vergab das Trialog-Stipendium 2024 an Leonie-Lara Uth für ihre herausragende Forschung im Bereich der Prozessanalytik und deren innovativer Anwendung auf neuartige pharmazeutische Formulierungen. Ihr Promotionsprojekt vereint modernste Technologien und interdisziplinäre Ansätze, um die Herstellung und Qualität orodispersibler und mukoadhäsiver Filme zu optimieren.
Leonie-Lara Uth nutzt Weißlichtinterferometrie, Mikrowellensensorik und optische Kohärenztomographie zur Echtzeitüberwachung kritischer Prozessparameter wie Flüssigkeitsfilmdicke, Trocknungsgeschwindigkeit und Restfeuchte. Ihre Arbeit verbindet diese Technologien mit Machine-Learning- und KI-gestützten Methoden zur Entwicklung präziser Vorhersagemodelle. Ziel ist es, die Dosisgenauigkeit, Filmwirksamkeit, Patientenakzeptanz und Prozesszuverlässigkeit zu verbessern, während Nebenwirkungen minimiert und die Effizienz gesteigert werden.
Der AK PAT würdigt Leonie-Lara Uths beispielhafte Interdisziplinarität und Anwendungsorientierung. Ihr Projekt lebt den Trialog zwischen Anwendern, Herstellern und Akademia und stellt eine Vorbildfunktion für den Einsatz von PAT in regulierten Umfeldern dar. Das Stipendium unterstützt sie bei der Darstellung der Vorteile ihrer Methoden, dem Austausch im Trialog sowie der Publikation und Präsentation ihrer Ergebnisse auf AK PAT-Veranstaltungen.
Der AK PAT wünscht Leonie-Lara Uth viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer ambitionierten Forschungsziele.

Michael-Maiwald-Preis 2024

Der Prozessanalytik-Preis des Arbeitskreises wird regelmäßig für die beste Qualifizierungsarbeit auf dem Gebiet der Prozessanalytik im zurückliegenden Jahr verliehen. Zu Ehren und im Andenken an Michael Maiwald, der den Arbeitskreis maßgeblich geprägt, stets ein offenes Ohr für Junganalytiker hatte und ihre Weiterbildung aktiv vorangetrieben hat, hat der Vorstand beschlossen, den Prozessanalytik-Preis zukünftig in Michael-Maiwald-Preis umzubenennen.
Im Rahmen der Abendveranstaltung des Herbstkolloquiums wurde der Michael-Maiwald-Preis 2024 an Luise Friederike Kaven für ihre Dissertation „In-Silico and In-Situ Optimization for Enhanced Synthesis of Functional Microgels“ vergeben.
Die Jury sah die eingereichte Arbeit von Dr. Luise Kaven als herausragende methodische, modellbildende und integrierende Innovation auf dem Gebiet des Monitorings kontinuierlicher Prozesse und der Modellbildung mittels Datenanalyse und zukunftsweisender Machine-Learning-Verfahren. Die Dissertation demonstrierte erfolgreich die Raman-Spektroskopie basierte Anwendung kombinierter prozessanalytischer Technologien auf die Optimierung der Herstellung funktionaler Mikrogele und Polymerisationen.
Zusätzlich wurde im Rahmen des Michael-Maiwald-Preises 2024 ein außerordentlicher Preis an Marlene Kauffmann für ihre Bachelor-Arbeit „Entwicklung einer ultraschallbasierten Überwachungsmethode für CIP-Prozesse in Rohrleitungen durch maschinelles Lernen” verliehen.
Die Jury sah die eingereichte Arbeit von Marlene Kauffmann als herausragende anwendungsbezogene, theoretisch fundierte Innovation auf dem Gebiet Echtzeit-Monitoring von Rohrleitungen und als exzellentes Beispiel einer physikalisch-interpretatorischen und modellbildenden Datenanalyse. Der hohe Anwendungsbezug verspricht Prozessoptimierung und Ressourceneffizienz.
Herzlichen Glückwunsch an Luise und Marlene!

Abbildung 2 Ehrung der Arbeiten von Luise Friederike Kaven (mitte rechts) und Marlene Kauffmann (mitte links) im Rahmen des Michael-Maiwald-Preises. Links im Bild Ulrich Panne, rechts im Bild Martin Jäger (Foto. Katharina Dahlmann).

Externe Veranstaltungen

ACHEMA 2024

Der AK Prozessanalytik richtete auf der ACHEMA 2024 erneut erfolgreich zwei Sessions aus.

Session 1: – „PAT for Energy Efficiency “ –  Chair: Dr. Tobias Eifert, Covestro Deutschland AG

  • “Fingerprint to Footprint: How process analytical technologies may reduce product footprints through integrated Artificial Intelligence“– Referenten: Prof. Dr. Jeroen Jansen, Radboud University
  • “PAT – the potential for improved energy efficiency in biotechnology” – Referenten: Dr. Katharina Dahlmann, Hamilton & Dr. Philipp Grünert, Chr. Hansenpart of Novonesis
  • “Daily monitoring and maintaining procedure for a combined APC and GC System to operate a petrochemical plant energy efficient” – Referent: Thomas Hoefer, Ineos

Session 2: – „Harvesting PAT Data” – Chair: Dr. Michael Deilmann, KROHNE Messtechnik

  • “Influence of NOA and MTP for the operation of Process Analytical Technology” – Referent:  Dr. Roger Rossmann, Bayer AG Dormagen
  • „Harvesting PAT data for bioprocess control and optimization“ – Referent: Prof. Dr. Peter Neubauer, TU Berlin
  • „Empowering PAT: Unlocking Widespread Applications with Cloud-Based Machine Learning“– Referent: Dr. Moritz von Stosch, DataHow AG

Unser herzlicher Dank gilt den beiden Chairs, den Referent*innen sowie der DECHEMA für die Möglichkeit, die beiden Sessions ausrichten zu können.

ANALYTICA Conference 2024

Der Arbeitskreis richtete im Rahmen ANALYTICA Conference 2024 im April 2024 zwei Sessions aus:

Session 1 – „PAT Tranforms” – Chair: Martin Jäger

  • „Implementation of PAT for a small-scale CM line: Advantages of ICH Q13 and ICH Q14 Guidelines” – Referent: Dr. Stefan Busche, Merck Healthcare KGaA
  • „Fingerprint 2 Footprint: Increasing economic value, sustainability, and end-product quality with novel and integrated chemometrics“– Referent: Dr. Jeroen Jansen, Radboud Universiteit Nijmegen
  • „Beyond conventional tuneable diode laser absorption spectroscopy (TDLAS)“ – Referent: Dr. Oliver Lischtschenko, Coher Sense UG
  •  “Investigation of enzymatic post-treatment of ozonation products of micropollutants in wastewater” – Referent: Prof. Dr. Kerstin Hoffmann-Jacobsen, Niederrhein University of Applied Sciences

Session 2 – „New Gas Sensors Addressing the Needs of Energy Transition” – Chair: Bernhard Lendl

  • „Hydrogen TDLAS for Applications from Feedstock to Energy” – Referent: Dr. Peter Geiser, NEO Monitors
  • „In- / at-line Raman Gas Analysis for the Energy Transition“ – Referent:  Dr. Marc Winter, Endress+Hauser Optical Analysis, Inc.,
  • „Compact Trace Gas Detection by Balanced-Detection Interferometric Cavity-Assisted Photothermal Spectroscopy – ICAPS“– Referent:  Dr. Johannes Paul Waclawek, TU Wien
  • “Tackling the Global Warming with parts-per-quadrillion radiocarbon dioxide detection by Saturated-absorption Cavity Ringdown – SCAR” – Referent:  Prof. Dr. Paolo De Natale, CNR-INO and LENS

Unser Dank geht an dieser Stelle an die beiden Chairs und die Speakern sowie die GDCh für die Möglichkeit, die beiden Sessions ausrichten zu dürfen.

Eigene Veranstaltungen

Doktorandenseminar 2024, Freiburg

Das 17. Doktorandenseminar fand am 11. März 2024 am Fraunhofer IPMS in Freiburg statt und bot erneut eine exzellente Plattform für den wissenschaftlichen Austausch und die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Neben Studierenden waren auch Absolvent*innen und Industriepartner eingeladen, um das diesjährige Leitthema „Vom Sensor zum Prozess – Die neue Generation der PAT-Fachkräfte interdisziplinär und vernetzt“ aktiv mitzugestalten. Doktorandinnen aus unterschiedlichen Institutionen präsentierten ihre aktuellen Forschungsergebnisse im Bereich der Prozessanalytik und diskutierten diese intensiv mit Fachkolleg*innen sowie Vertreterinnen aus Industrie und Wissenschaft.
Die Veranstaltung zeichnete sich durch eine hohe fachliche Qualität und eine dynamische Interaktion zwischen den Teilnehmenden aus. Neben den Vorträgen und Diskussionen förderten gemeinsame Networking-Aktivitäten den interdisziplinären Austausch und die Bildung neuer Kooperationen.
Wir danken allen Beteiligten für ihren Beitrag zum Erfolg dieses Seminars und freuen uns darauf, auch zukünftig den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Prozessanalytik aktiv zu fördern.
Weitere Details zu der Veranstaltung finden Sie unter: https://arbeitskreis-prozessanalytik.de/blog/bericht-zum-doktorandenseminar-2024/

Herbstkolloquium 2024, Darmstadt

Vom 04. bis 06. Dezember 2024 fand das 19. AK PAT Kolloquium bei Merck in Darmstadt statt.
Unter dem Motto P2P – Mit PAT in die Zukunft wurden die Schwerpunkte Applikationen, Innovationen, strategische Konzepte, PAT als predictive Tool und Modularisierung in den 19 Vorträgen, 18 Postern mit 2 Pitch-Sessions und einer „PAT Pulse“ Session behandelt.
Ein Highlight war der Workshop zum Thema Beitrag und Wertschätzung der PAT-Senioren im AK-PAT. Ziel war es, die aktive Mitarbeit erfahrener Kolleg*innen im AK-PAT zu reaktivieren und nachhaltig zu sichern. In zwei spannenden Workstreams reflektierten Mitglieder aller Altersgruppen, wie Wissen und Erfahrung künftig besser weitergegeben werden können. Ergänzend bot der Gastgeber Merck drei beeindruckende Touren, die die Vielseitigkeit und Zukunftsorientierung der unterschiedlichen Abteilungen eindrucksvoll zeigten
Aus der Poster-Ausstellung und dem Poster Slam wurden insgesamt fünf Poster mit Preisen ausgezeichnet. Den Hauptpreis teilen sich zwei herausragende Beiträge, gefolgt von weiteren prämierten Postern in den nachfolgenden Kategorien. Die Poster-Preise wurden wie folgt vergeben:

  • Carlos Teixeira (KWS, Einbeck): “Process Analytical Technology in Predictive Breeding”
  • Felix Spiske (TU Freiberg): „Die Anwendung von Aerogelkapillaren als Flüssigkernlichtleiter für das Monitoring der herstellung von Plattformchemikalien aus nicht-fossilen Feedstocks bei der Firma OxFA“
  • Miranda Eisenköck (Competence Center CHASE GmbH, Wien): “Balanced-Detection Interferometric Cavity-Assisted Photothermal Spectroscopy for Compact Trace Gas Sensing”
  • Ferstl, H. Scheu, D. Gärtner, B. Kessler (BASF SE Ludwigshafen): „Effiziente Zusammenarbeit – messbarer Erfolg: PAT & APC in einer Styrol-Destillationsanlage“
  • Kim Brettschneider (Uni Hamburg): „Vergleich eines tragbaren und stationären NIR-Geräts für die Authentifizierung von Erdbeeren“

Großes Interesse fand die PAT-Pulse Session, in der der Vorstand gemeinsam mit der Zuhörerschaft das Thema PAT und KI vertiefte und spannende Ansätze für die Integration von KI in die Prozessanalytik diskutierte.

Abbildung 1 Das 19. AK PAT-Herbstkolloquium bei MERCK in Darmstadt (Foto: Katharina Dahlmann)

Vorstandstreffen 2024

Am 24. und 25. Oktober 2024 fand bei Krohne das Herbsttreffen des AK PAT statt, in dem der Vorstand über die Arbeit der letzten Periode und die Visionen der diesjährigen berichtete.
Besonders hervorgehoben wurden Fortschritte in der Außendarstellung, die durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen und Präsenz auf Fachveranstaltungen verbessert wurden. Die Mitgliedergewinnung und -aktivierung standen ebenfalls im Fokus, mit Initiativen zur Einbindung neuer Mitglieder und zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Junganalytikern und Senior Experts.
Der Mehrwert für Mitglieder wurde durch praxisorientierte Workshops, innovative Projekte und Netzwerkmöglichkeiten gesteigert.  Ein zentrales Thema war die wachsende Rolle der künstlichen Intelligenz in der Prozessanalytik – ein Bereich, der den AK PAT auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen wird.
Die anwesenden Mitglieder bekräftigen ihre Unterstützung für die vielfältigen Ansätze der vergangenen Jahre und bestätigen, dass der Arbeitskreis sowohl durch seine Aktivität als auch durch seinen Erfolg überzeugt.
Der Vorstand sprach seinen besonderen Dank aus für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem erweiterten Vorstand, das Engagement der aktiven Mitglieder bei den verschiedenen Aktivitäten und das entgegengebrachte Vertrauen der gesamten Mitgliedschaft.

Abbildung 3 AK PAT Herbsttreffen bei Krohne in Duisburg. Im Bild zu sehen (v. l.) sind Frank Grümbel, Tobias Eifert, Robin Legner, Maik Müller, Martin Gerlach, Katharina Dahlmann, Martin Rößer, Lutz Mayer, Bernhard Lendl, Betina Kessler, Phiona Bachmann, Martin Jäger, Michael Deilmann, Matthias Rädle (Foto: Michael Deilmann).

Sonstige Veranstaltungen

Der Arbeitskreis beteiligte sich an zahlreichen weiteren Veranstaltungen der GDCh und DECHEMA. Darüber hinaus wurden im Rahmen verschiedener Partnerschaften Veranstaltungen und Publikationen gefördert.

Ad-hoc Arbeitsgruppen

Derzeit sind folgende Ad-hoc Arbeitsgruppen tätig, an denen Sie sich jederzeit gerne beteiligen können!

  • Workshop KI in der PAT (Chair: Lutz Mayer)
  • ABC Special Issue (Chair: Tobias Eifert)
  • Erstellung eines „PAT for Dummies“- Buches (Chair: Katharina Dahlmann, Matthias Rädle)
  • White Paper – Was gehört in eine PAT-Vorlesung? (Chair: Martin Jäger, Matthias Rädle)
  • PAT in Ullmann’s Encyclopedia (Chair: Roland Hass)

Details zu den Ad-hoc Arbeitsgruppen sind auf der Homepage des Arbeitskreises Ad hoc Arbeitsgruppen – Arbeitskreis Prozessanalytik zu finden, bzw. beim Vorstand E-Mail: vorstand@arbeitskreis-prozessanalytik.de zu erfragen.

Ausblick

2025 – 20 Jahre AK PAT

Der PAT-Arbeitskreis feiert 20 Jahre voller Innovation, Zusammenarbeit und Erfolg! Seit zwei Jahrzehnten sind wir eine Plattform für den Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen rund um Prozessanalytik und -technologie. Dieses besondere Jubiläum feiern wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und der gesamten Community, die den Arbeitskreis durch ihre Beiträge und ihr Engagement geprägt haben.
Anlässlich unseres Jubiläums haben wir ein besonderes Logo gestaltet, das die Entwicklung und den Zusammenhalt des Arbeitskreises symbolisiert. Es steht für 20 Jahre Fortschritt, Leidenschaft für die Prozessanalytik sowie nationale und internationale Partnerschaften mit Experten und PAT-Enthusiasten, die uns antreiben.
Wir freuen uns, diese Meilensteine mit Ihnen zu feiern und blicken voller Zuversicht in die Zukunft, um weiterhin die Prozessanalytik mitzugestalten!
Freuen Sie sich darauf – das Logo wird Sie in diesem Jahr noch häufig begleiten!

Abbildung 4: Jubiläumslogo 20 Jahre AK PAT

Veranstaltungen

Für das Jahr 2025 sind bereits diverse Veranstaltungen durch den Arbeitskreis bzw. unter der Mitwirkung geplant.

  • Zukunftsgipfel 02. Dezember 2025
  • Kolloquium vom 03. bis 05. Dezember 2025

Darüber hinaus engagiert sich der Arbeitskreis auf diversen Veranstaltungen mit Beiträgen und Sprechern.

Details entnehmen Sie bitte der Webseite
https://arbeitskreis-prozessanalytik.de/veranstaltungen/

 

von Marilena Pagano, Felix Spiske, Tobias Eifert, Martin Gerlach und Martin Jäger

 

 

28. Januar 2025 Jahresbericht

Jahresbericht 2023

Änderungen im erweiterten Vorstand

Der erweiterte Vorstand (eV) nimmt eine wichtige Rolle in der Gremienarbeit des Arbeitskreises Prozessanalytik ein. In 2023 gab es einige Änderungen, nachdem in 2022 durch die zusätzliche Berufung von zwei Jungmitgliedern in den eV insbesondere die Nachwuchsarbeit gestärkt wurde.
Werner Worringen leitete viele Jahre das Kommunikations-Team des Arbeitskreises, verabschiedete sich jedoch Ende 2023 in den Ruhestand und legte sein eV-Amt nieder. Mit Jörg Ehrens konnte der Arbeitskreis einen Hersteller-Vertreter für den eV gewinnen. Jörg hat bereits in 2022 mit Einführung des PAT Talk innovative Ideen eingebracht. Felix Schlecht schied im Mai aus persönlichen Gründen aus.
Im August erreichte uns die Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied, Vorstand und enger Vertrauter Michael Maiwald überraschend verstorben ist. Michael Maiwald war nicht nur eine sehr geschätzte Persönlichkeit und anerkannter Akademiker, sondern auch ein verdientes Mitglied in verschiedenen Positionen. Er hat den Arbeitskreis über Jahre wie kaum ein anderer geprägt und vorangebracht.

Mitglieder und Außendarstellung

Anfang Dezember hatte der Arbeitskreis 409 Mitglieder, darunter 112 Jungmitglieder. Auch in 2023 konnte der AK PAT überproportional viele Jungmitglieder gewinnen.
Folgende Struktur ergibt sich im Einzelnen:
Mitglieder: 409
Jungmitglieder: 112
Firmen: 3
Gastmitgliedschaften: 89
Doppelmitglieder (+ GÖCh): 28 (+1)
Senioren: 18

In 2023 wurde ein wesentlicher Fokus auf die Transparenz zu den möglichen Wegen einer Mitgliedschaft gelegt und diese aktiv beworben. Die Trägerschaft der GDCh und die enge Partnerschaft mit der DECHEMA sind ein solides Fundament für die Arbeit des AK, die Prozessanalytik ist durch die breite Aufstellung und Interdisziplinarität jedoch zunehmend ein Thema für viele Fachdisziplinen und Berufsgruppen jenseits der Chemie. Dies gilt es auch zukünftig zu adressieren und neue Mitglieder für die aktive Mitarbeit zu gewinnen.

Im Jahr 2023 wurden die in den Vorjahren erfolgreich begonnen Anstrengungen zur Präsenz in Social-Media-Kanälen weiter intensiviert, aber auch konsolidiert. Das aus Mitgliedern und Vorständen des AK formierte Kommunikationsteam ist sehr aktiv, generiert Content und steuert diesen über diverse Kanäle sehr erfolgreich ein. Die inzwischen etablierten Kanäle, Newsletter der GDCh, Blog auf der Webseite des AK, YouTube, LinkedIn Präsenz des AK, der LinkedIn-Mitgliederbereich, sowie die LinkedIn PAT Talks (Video-Interviews) wurden in 2023 sehr erfolgreich genutzt.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung zeigten die folgenden Zahlen die Erfolge der intensivierten Außendarstellung und Kommunikation mit den Mitgliedern auf:

LinkedIn Follower: 969 / zum Stichtag 15.01.2024: 1.047
Beiträge: 43

LinkedIn Mitgliederbereich: 128
Beiträge: 27

LinkedIn PAT Talk
Anzahl: 7

Newsletter: 14

Webseite Blogs: 9

Website Jobbörse: 10 Stellenausschreibungen

Zur Nutzung auf Präsentveranstaltungen und für die klassische Werbung wurden Roll-ups in Deutsch und Englisch erstellt und der Flyer des AK neugestaltet und modernisiert. Die Webseite wurde technisch aktualisiert, inhaltlich überarbeitet und in wesentlichen Teilen ergänzt, um das Angebot des AK PAT in der gesamten Breite darzustellen und für alle Interessierten größtmögliche Transparenz der Aktivitäten zu bieten.
Die erzielten Erfolge sollen in 2024 ff weiter verstetigt werden, um die PAT-Community mit News zu versorgen, neue Mitglieder für den Arbeitskreis zu gewinnen und die Mitglieder noch intensiver für den Dialog und gegenseitigen Austausch zu gewinnen.

Weiterbildungskonzept

In 2023 wurde am 18. und 19. April unter Leitung von Martin Gerlach und in enger Kooperation mit der DECHEMA als Ausrichter die erste Weiterbildung unter dem Thema „Optische Messtechnik in der industriellen PAT-Anwendung“ sehr erfolgreich durchgeführt.
An der Weiterbildung nahmen 21 Mitglieder, Nichtmitglieder und Referenten teil. Neben Vorträgen stand vor allem der Austausch zwischen erfahrenen PAT-lern und den Interessierten im Vordergrund. Einen ausführlichen Bericht zu der Weiterbildung finden Sie hier.

Trialog-Stipendium

Der Arbeitskreis Prozessanalytik vergab erstmals in 2023 über den Träger GDCh das Trialog-Stipendium. Das Programm wurde neu ins Leben gerufen und wird in Zukunft einmal jährlich ein oder mehrere Stipendien für wertvolle Beiträge zur Förderung der Prozessanalytik im Rahmen einer Promotion vergeben.
In 2023 wurde im Rahmen eines PAT Talks das Stipendium an Aaron Justin König – Universität Potsdam für die anstehende Promotionsarbeit „The influence of process parameters on the synthesis of silica particles investigated by photon density wave spectroscopy” vergeben.
Detaillierte Informationen über das Trialog-Stipendium und die Ausschreibungen stehen hier.

AK-Richtlinien

Im Rahmen der Mitgliederversammlung am 15.12.2023 wurde einstimmig den überarbeiteten Richtlinien des Arbeitskreises zugestimmt. Die Richtlinien spiegeln konsolidiert die überarbeitete Außendarstellung, Mission / Vision und Ziele wider und regeln verbindlich verschiedenste Themen der Arbeit des AK PAT.
Als wesentliche Neuerung wurde mit den Richtlinien die neue Vorstandsposition „PAT-Senioren“ geschaffen. Die „PAT-Senioren“ verfügen über einen immensen Erfahrungsschatz und viele sind auch nach ihrem offiziellen Übergang in den Ruhestand interessiert an den Themen des AK PAT. Mit der neu geschaffenen Vorstandsposition wird diesem Aspekt Rechnung getragen, um zukünftig noch mehr Angebote für die PAT-Senioren zu entwickeln, sie einzubinden und auch allen anderen Mitgliedern des AK diesen Erfahrungsschatz weiter zugänglich zu machen. Der aktuelle Vorstand wird bis zur nächsten regulären Wahl in 2024 einen Vorstand „PAT-Senioren“ berufen.

Eigene Veranstaltungen

EuroPACT 2023, Kopenhagen

Im Jahr 2023 ging es für EuroPACT in den Norden. Vom 7. bis 10. Mai 2023 fand die alle drei Jahre stattfindende Konferenz der Europäischen Gemeinschaft für Prozessanalytik und Steuerungstechnik (PACT) in Kopenhagen statt. Das Scandic Hotel im Herzen der Stadt bot den perfekten Rahmen für 3,5 Tage voller Gespräche, Diskussionen, Austausch, Networking, … und perfektes Wetter.

Nach dem virtuellen Veranstaltungsort im Jahr 2021 waren alle Teilnehmer froh, wieder einen persönlichen Austausch auf europäischer Ebene zu haben. Mehr als 200 Teilnehmer aus ganz Europa diskutierten über die neuesten Entwicklungen in der Prozessanalytik und Steuerungstechnik und konzentrierten sich dabei auf die drei Säulen von EuroPACT: „Process Analysis in Real-World Applications“, „From Data to Process Insight, Control and Optimization“ und „Novel PAT and Instrumental Technologies“.
Das attraktive Vortragsprogramm, bestehend aus 10 Sessions, wurde von Keynote-Vorträgen internationaler Experten auf dem Gebiet der Prozessanalytik und Steuerungstechnik begleitet. Die Keynote-Speaker aus Industrie und Wissenschaft stammen aus sieben Ländern und decken ein breites Spektrum unseres Fachgebiets ab: von ‚Modern Process Data Analytics‘ über ‚Digital sensor technologies for Process Optimization‘ und ‚eNose networks monitor ambient air industrial sites‘ bis zu ‚Smart spectroscopic sensors contribute to an efficient and sustainable food industry‘.
Das Programm der Konferenz umfasste die Hauptvorträge, 34 mündliche Präsentationen, 58 Poster sowie 25 Aussteller.

Auch diesmal verlieh der Arbeitskreis Prozessanalytik in Zusammenarbeit mit der Knick GmbH auf der EuroPACT den 8. Knick Process Analytics Award für eine herausragende Publikation auf dem Gebiet der Prozessanalytik. Sin Yong Teng (Radboud University, Nijmegen/NL) gewann den Preis und stellte seine Publikation mit dem Titel „Machine-learned digital phase switch for sustainable chemical production“ (veröffentlicht im Journal of Cleaner Production) während der Konferenz vor.

Weitere Details zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Kolloquium 2023, Krefeld

Vom 27. bis 29. November 2023 fand das 18. AK PAT Kolloquium in Krefeld an der Hochschule Niederrhein statt.
Unter dem Motto P2P – Mit PAT zur Produktqualität wurden die Schwerpunkte Best Practice / Success Stories, Probenahme / Probenaufbereitung, PAT und ihre Kommunikation und PAT Innovation in den 13 Vorträgen, 13 Postern mit 2 Pitch-Sessions und einer „PAT Pulse“ Session behandelt.

89 Teilnehmer aus Akademia, Industrie und Hersteller aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden beteiligten sich an der dreitägigen Konferenz, um Erfahrungen auszutauschen, Vorträgen zu lauschen und sich über neue Innovationen zu informieren.

Aus der Poster Ausstellung und dem Poster Slam wurde folgendes Poster als Sieger für den Poster-Preis prämiert. Die Poster-Preise wurden für folgendes Poster vergeben:
Preis: Lukas Mahler; Hochschule Niederrhein: Monitoring der biotechnologischen Produktion von Dihydroxyaceton durch Gluconobacter oxydans mithilfe eines compact 1H NMR-Spektrometers“
Großes Interesse fand die PAT-Pulse Session, in der Katharina Dahlmann und Martin Gerlach unter Mithilfe der gesamten Zuhörerschaft das Thema Probenaufbereitung vertieften. Die intensive und rege Diskussion und deren Ergebnisse wurde in der obigen Darstellung kreativ festgehalten.
Im Rahmen der Abendveranstaltung wurde der Prozessanalytik-Preis 2023 an Alexander Echtermeyer für seine Dissertation „Inline Spectroscopy with Model-Based Spectra Evaluation for Biorefinery Unit Operations“ vergeben.
Die Jury sah die eingereichte Arbeit von Alexander Echtermeyer als herausragende methodische, modellbildende Innovation auf dem Gebiet Inline-Echtzeit-Monitoring biotechnologischer Prozesse und als instruktives Beispiel für eine erfolgreiches Anwendung prozessanalytischer Technologie auf die Produktion von nachhaltiger Plattformchemikalien aus lignozellulosehaltiger Biomasse an.
Herzlichen Glückwunsch an Alexander!
Weitere Details zu der Veranstaltung finden Sie hier.

Mitgliederversammlung

Am 15. Dezember 2023 fand online die Mitgliederversammlung des AK PAT statt, in der der Vorstand über die Arbeit seit der letzten Mitgliederversammlung im September 2022 berichtete.
Der Vorstand stellte detailliert die neuen AK-Richtlinien vor und erläuterte insbesondere die neue Vorstands-Position „PAT-Senioren“. Die Richtlinien wurden einstimmig durch die Mitgliederversammlung angenommen.
Alle anwesenden Mitglieder unterstützen die vielfältigen Ansätze der vergangenen Jahre und bestätigen, dass der Arbeitskreis sowohl sehr aktiv als auch erfolgreich agiert. Die eingebrachten Anregungen und Fragestellungen werden vom Vorstand diskutiert und ggf. mit Maßnahmen oder Initiativen vorangetrieben.
Der Vorstand bedankte sich ausdrücklich für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem erweiterten Vorstand, die Mitarbeit der aktiven Mitglieder bei den diversen Aktivitäten und das Vertrauen der Mitglieder.

Sonstige

Der Arbeitskreis wirkte bei diversen weiteren Veranstaltungen, sowohl der GDCh als auch der DECHEMA mit. Im Rahmen der diversen weiteren Partnerschaften wurden Veranstaltungen und Veröffentlichungen unterstützt.

Ad-hoc Arbeitsgruppen

Mit Stand 31.12.2023 waren folgende Ad-hoc Arbeitsgruppen tätig, an denen Sie sich jederzeit gerne beteiligen können!

1) Intelligente PAT-Anwendungen (Chair: Kristina Eisen)
2) White Paper – Was gehört in eine PAT-Vorlesung (Chair: Martin Jäger)
3) PAT in Ullmann’s Encyclopedia (Chair: Roland Hass)

Details zu den Ad-hoc Arbeitsgruppen sind auf der Homepage des Arbeitskreises zu finden, bzw. beim Vorstand per E-Mail zu erfragen.

Ausblick

Für das Jahr 2024 sind bereits diverse Veranstaltungen durch den Arbeitskreis bzw. unter der Mitwirkung geplant.

▪ Doktorandenseminar vom 12. bis 14. März 2024 am Fraunhofer IPMS in Freiburg
▪ Sessions auf der ANALYTICA CONFERENCE im April 2024
▪ Sessions auf der ACHEMA im Juni 2024
▪ Kolloquium vom 04. bis 06. Dezember bei Merck in Darmstadt

Darüber hinaus engagiert sich der Arbeitskreis auf diversen Veranstaltungen mit Beiträgen und Sprechern.
Details entnehmen Sie bitte der Webseite.

 

8. November 2024 Jahresbericht

Trialogstipendium 23/24

post by Justin Aaron König

Liebe PAT-Community

Ich hatte das vergangene Jahr das Privileg, das erste Trialog-Stipendium des AK-PAT zu erhalten. Dieses wurde im Jahr 2023 / 2024 für eine einjährige Forschungsförderung zur Untersuchung und Weiterentwicklung der Photonendichtewellenspektroskopie (PDWS) gewährt. Geforscht wurde an der Universität Potsdam der Arbeitsgruppe InnoFSPEC, unterstützt durch ein Co-Sponsoring von Roland Hass, Geschäftsführer der Firma PDW Analytics GmbH.

Überblick über die PDW-Technologie

Die PDWS ist eine innovative Inline-Spektroskopie-Methode, wodurch es ermöglicht wird, Lichtabsorption und Streuung von Dispersion unabhängig voneinander und simultan zu untersuchen. Entwickelt wurde PDWS vor über einem Jahrzehnt bei InnoFSPEC und kontinuierlich weiterentwickelt und für Forschungszwecke auch angewandt. Einige Hauptvorteile der PDWS gegenüber anderen Lichtstreumethoden sind:

  1. Anwendbarkeit auf hohe Volumenanteile (<1% bis 60%)
  2. Keine Notwendigkeit der Probennahme, Verdünnung, oder Kalibration
  3. Messung eines größerem Probenvolumens dank Mehrfachstreuung

Forschungsschwerpunkte

Meine Forschung konzentrierte sich initial auf zwei Forschungsschwerpunkte im Bereich von Sol‑Gel‑Silica Fällungen:

  1. Stöber-Synthese: Untersuchung der Bildung von sphärischen, Monodispersen Silica-Partikeln aus einem organischen Präkursor
  2. Wässrige Fällung: Analyse der Bildung von Silica-Aggregaten aus Wasserglas gefällt mit Säure

Untersucht werden sollten die recht unterschiedlichen Wachstumsprozesse mittels PDWS, da diese sich gut mit dieser Methode beobachten ließen.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Forschung im Rahmen des Stipendiums hat zu folgenden Ergebnissen geführt:

  1. Die Untersuchung von Aggregaten mittels PDWS ist nicht trivial und benötigt neue Modelle
  2. Optimierung der Stöber-Synthese durch neue Erkenntnisse
  3. Entwicklung und Untersuchung einer Stöber‑Synthese ohne Verwendung organischen Lösemittels
  4. Erweiterung des Wissens über die industriell relevante wässrige Fällung von Silica
  5. Weiterentwicklung der PDWS-Methodik zur Zeitkontinuierlichen Beobachtung disperser Systeme

Bedeutung für Industrie und Forschung

Die Ergebnisse dieser Forschung, speziell aber die Erweiterung der Stöber-Methode, haben sowohl für die Industrie als auch für die weitere wissenschaftliche Arbeit bedeutende Implikationen:

  1. Industrieller Nutzen: Verbesserte Prozessüberwachung und -kontrolle durch bessere Zeitauflösung
  2. Wissenschaftlicher Fortschritt: Erweiterung der Stöber-Methode in das wässrige Milieu und Kontrolle der Partikelgröße
  3. Technologietransfer: Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten für PDWS für Kooperation mit der Industrie

Ausblick und zukünftige Anwendungen

Die PDWS-Technologie hat bereits in diversen Prozessen Anwendung gefunden, darunter:

  • Proteinfällungen
  • Emulsionspolymerisation
  • Algenwachstum
  • Fällung anorganischer Oxide und Sulfate
  • Bierbrauerei
  • Käseherstellung
  • Zuckerkristallisation

Durch das Trialog‑Stipendium konnte das Potential der PDWS-Technologie weiterentwickelt und dessen Anwendungsbereich erweitert werden. Speziell zu der organisch-Lösemittelfreien Stöber‑Synthese wird erwartet, dass diese Forschungsergebnisse wichtig für die Industrie sind und deswegen weitere Forschungsprojekte mit industrieller Kooperation entstehen. Zusätzlich ist es geplant, ein Patent über die modifizierte Stöber-Synthese anzumelden.

15. Oktober 2024 Blog