Vergangene Veranstaltungen

Bericht vom 13. Kolloquium Prozessanalytik in Esslingen

Das 13. Kolloquium hatte dieses Jahr die Schwerpunkte Prozessführung in der modernen Produktion und Brückenschläge von der Fertigungstechnik zur Industrie 4.0. Hierzu fanden sich etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Firma Festo AG & Co. KG in Esslingen ein. Das Programm wurde durch 17 Aussteller und 23 Posterbeiträge abgerundet.

Gestartet wurde mit der Firmenbesichtigung bei der Firma Festo AG & Co. KG, welche einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Unternehmens lieferte. Parallel dazu lief die Opening Session, die als Vorbereitung des Themenschwerpunktes diente. Dazu gab es drei Eröffnungsvorträge und eine aktive Diskussion. Im Anschluss daran fand man sich bei einem gemütlichen Get-Together zusammen.

Das Kolloquium „Prozessanalytik“ beschäftigte sich mit der Frage: Was kann die Prozessindustrie im Hinblick auf die „Industrie 4.0“ von der Fertigungstechnik lernen? Mit der dieser Frage schlug das Kolloquium die Brücke zwischen zwei technologischen Bereichen, die für die chemisch/pharmazeutische Prozessindustrie aktueller denn je sind. Dabei beschränkt sich die Rolle der Fertigungstechnik in der Prozessindustrie nicht allein auf Abfüllung und Verpackung. Viele Aspekte der Sensorik lassen sich übertragen bzw. kombinieren und bieten einen echten Mehrwert für die Anlagenbetreiber der Prozessindustrie. Automation, Flexibilität und Formatwechsel, die in der Fertigungstechnik schon zum Alltag gehören, werden angesichts der neuen Anforderungen – flexible Produktlinien je nach Region oder Kundengruppe, schnelle Chargenwechsel – auch für die chemische und pharmazeutische Industrie immer wichtiger. Eine Antwort auf diese Herausforderung ist die intelligente Nutzung smarter Technologien und die Kombination von Möglichkeiten zu deren Umsetzung, die es in der Vergangenheit und in der Gegenwart bisher nicht gegeben hat. Datenmanagement und Nutzung der Daten zum Betrieb der Anlagen gewinnen in der Prozess- wie in der Fertigungstechnik zunehmend an Bedeutung, bis hin zur datengetriebenen Anwendung von Produkten. Das Kolloquium wurde durch ein Vortragsprogramm mit 4 Sessionsmit je 4 Vorträgen gestaltet. Die Vortragenden repräsentierten den Trialog aus Herstellern, Anwender und Akademia sowie die Junganalytiker. Neben einer Session zur Rolle der Fertigungstechnik in der Prozessindustrie wurden die Themen der kontinuierlichen Prozessführung, die Anforderungen aus PAT 4.0 an neue Prozessanalytik sowie Werkzeuge und Lösungen für die modellbasierte Regelung diskutiert.

Abbildung 1: Podiumsdiskussion zum Thema Arbeitswelt 4.0 im schönen Vortragssaal der Festo AG.

Der erste Vortragstag wurde mit einer angeregten Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitswelt 4.0: Müssen wir in Zukunft noch arbeiten (gehen)“ beendet. Der anschließende Gesellschaftsabend, eines der Highlights des 13. Kolloquiums, fand im Biodom, ein Glashaus im Herzen einer romantisch angelegten Gärtnereilandschaft, statt und rundete den Tag perfekt ab.

Der Prozessanalytik-Award 2017 des AK Prozessanalytik konnte im Rahmen des 13. Kolloquiums Prozessanalytik 20.-22.11.2017 in Esslingen dieses Jahr zum neunten Mal verliehen werden. Der Preis wird für die besten Qualifizierungsarbeiten auf dem Gebiet der Prozessanalytik im zurückliegenden Jahr vergeben. Aus den Bewerbungen hat ein Preis-Komitee des Vorstands des Arbeitskreises die Preisträgerinnen ausgewählt. Der Preis besteht jeweils aus einer Urkunde, einem Preisgeld in Höhe von € 1.000 und einer zweijährigen kostenfreien Mitgliedschaft in der GDCh oder DECHEMA. Dieses Jahr durften wir uns gleich über zwei Preisträger freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Der Preis für die beste Dissertation wurde an Herrn Johannes Paul Waclawek, TU Wien für seine Dissertation: „Development of Mid-Infrared Laser Based Photoacoustic and Photothermal Trace Gas Sensors“ verliehen. Seine Dissertation schrieb Herr Waclawek an der Technischen Universität Wien am Institut für Chemische Technologien und Analytik.

Der Preis für die beste Masterarbeit wurde an Herrn Lukas Wander, BAM Berlin für seine Masterarbeit: „Untersuchung modularer kontinuierlicher Prozesse mittels Online-NMR-Spektroskopie“ verliehen. Seine Masterarbeit fertigte Herr Wander an der Humboldt-Universität Berlin am Institut für Chemie an.

Abbildung 2: Gewinner der Prozessanalytikawards 2017 v.l.n.r. Johannes Paul Waclawek, Alina Matt, Jens Nolte, Lukas Wander

Neben ausreichend Zeit zur Netzwerkbildung und Besuch der Ausstellung, wurde eine Posterausstellung angeboten. Zur Posterausstellung wurde ein hoch dynamischer Posterslam veranstaltet. Herzlichen Glückwunsch, die Gewinner der Posterpreise sind!

  1. Platz: Frau Verena Fath von der Hochschule Mannheim mit dem Poster „Reaktionsverfolgung einer metallorganischen Reaktion mittels Massenspektrometrie“
  2. Platz: Frau Mona Stefanakis von der Reutlingen University- Process Analysis and Technology mit dem Poster „PAT 4.0- Chancen und Herausforderungen der digitalen Pathologie“
  3. Platz: Herr Dr. Armin Lambrecht vom Frauenhofer IPM mit dem Poster „Zylinderförmige IR-ATR-Sensorsysteme für die inline- Prozessanalyse in der chemischen Industrie (ZYRAT)“

Abbildung 3: Posterpreis-Gewinner der Kolloquiums Prozessanalytik 2017 v.l.n.r. Mona Stefanakis, Armin Lambrecht, Verena Fath, Jens Nolte

Wir freuen uns auf unser Kolloquium in 2018, welches in Hannover vom 3. – 5. 12.2017 stattfinden wird und hoffen wieder auf Ihre rege Beteiligung!

Awards on the EuroPACT 2017 in Potsdam

On occasion of the EuroPACT Conference 2017 in Potsdam near Berlin, Germany, the German Joint Working Group „Prozessanalytik“ in cooperation with Siemens has awarded the 5th Siemens Process Analytics Prize to a young scientist for an outstanding publication in the field of Process Analytics. The prize is endowed with € 1.500. An EUROPACT 2017 prize committee has selected the winner.

The prize was awarded on May 12th, 2017 in Potsdam to Raffaele Vitale, Universitat Politècnica de València, Valencia, Spain for the outstanding publication in the field of process analytics

Abel Folch-Fortuny, Raffaele Vitale, Onno E. de Noord, Alberto Ferrer, “Calibration transfer between NIR spectrometers: New proposals and a comparative study” Journal of Chemometrics, 2017 (in Press), https://doi.org/10.1002/cem.2874

This is a very accurate and thorough paper – a very comprehensible and excellent work with importance to the community. The subject is practical oriented and represents not only a simple application study. The subject is fully within a process analytical context. The publications clearly stands out from others in that field.

Raffaele Vitale from Universitat Politècnica de València (left) received the 5th Siemens Process Analytics Prize from Johanna Rühl on behalf of Siemens and German Joint Working Group „Prozessanalytik“ (Photo: M. Maiwald)

 

Two more awards for the best posters were given to Markus Lichti and Dr. Lena Bressel. Each prize is endowed with 400 € (DECHEMA).

  • Markus Lichti (Uni Kaiserslautern)

In-line acquisition of particle size distributions

  1. Lichti1; H. Bart1; 1 TU Kaiserslautern, Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik,

Kaiserslautern/D

  • Dr. Lena Bressel (Uni Potsdam/innoFSPEC, Potsdam)

Determination of particle/droplet size distributions in highly filled dispersions by Photon Density Wave spectroscopy

  1. Bressel1; R. Hass1; O. Reich1; 1 University of Potsdam, Institute of Chemistry, Physical

Chemistry – innoFSPEC, Potsdam/D

Photos: M. Maiwald

 

Interdisziplinäres Doktorandenseminar 2017, Berlin-Adlershof

Zur elften Runde des interdisziplinären Doktorandenseminars luden die Arbeitskreise Prozessanalytik, Chemo- und Biosensoren, Chemometrik und Qualitätsmanagement und Elektrochemische Analysemethoden der GDCh die ca. 30 Tilnehmerinnen und Teilnehmer vom 12. bis 14. März 2017 nach Berlin Adlershof ein. Die Bundesanstalt für Materialforschung und ‑prüfung (BAM) war dieses Jahr nicht nur Ausrichter sondern auch Gastgeber, nachdem das traditionelle Tagungszentrum am Bahnhof Zoo nicht mehr zur Verfügung stand.

Der Beginn der Tagung unter dem Titel „Optofluidik und Mikro-Elektromechanische Systeme“ wurde Sonntagnachmittag durch den Impulsvortrag von Prof. Dr. Dominik Rabus zum Thema Optofluidik gekennzeichnet. Dieser gestaltete den fachlichen Einstieg für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr interessant und schaffte das entsprechende Grundwissen, sowie die Inspiration für den folgenden Design-Thinking-Workshop. Geleitet von Dr. Tobias Merz (Lonza AG) und begleitet von Buffet und Erfrischungsgetränken fanden die nach Zufallsprinzip gebildeten Gruppen rasch zu Teams zusammen. Die im freundlichen und konstruktiven Wettbewerb entwickelten Produktideen werden dabei in letzter Instanz vielleicht nicht alle den Weg in unseren Alltag finden, trugen aber durch ihre ausgesprochene Kreativität in jedem Fall zur allgemeinen Unterhaltung bei. Im Anschluss klang der erste Abend in den Veranstaltungsräumen aus.

Der nächste Tag begann mit einem Eröffnungsvortrag von Alexander Brächer über seinen Berufseinstieg bei Evonik, gefolgt von der ersten Vortragsrunde, aus deren Einzelbeiträgen sich teils lebhafte und durchaus kritische Diskussionen entfalteten. Bedingt durch die fachliche Weite des Themen- und Teilnehmerfeldes bekamen die Vortragenden die Möglichkeit den Blickwinkel auf ihre eigene Forschung zu erweitern. Dabei profitierte das Kolloquium nicht zuletzt von den erfahreneren Teilnehmern, die den jungen Forschern wertvollen Rat zum wissenschaftlichen Stil geben konnten. Nach Lunch und Postersession folgte am frühen Nachmittag der zweite Durchgang.

Im Anschluss an den gut durch getakteten wissenschaftlichen Teil des Tages nahm die Gruppe gemeinsam an einer Besichtigung des Flughafens BER teil. Dabei konnten sich die Teilnehmer im Rahmen des Teamevents ein Bild von den neuen Gebäuden machen und ausgiebig die Signifikanz des gelungenen Projekt- und Zeitmanagements erörtern.

Inzwischen abends ging es zurück in die Stadt, wo in den Köpenicker Ratskeller eingekehrt wurde. Während des Abendessens in uriger Umgebung herrschte gelöste Atmosphäre am großen Tisch. Die inzwischen privaten Gespräche zogen sich dabei fast ausnahmslos weit über das offizielle Ende des Tages hinaus.

Der dritte Tag wurde trotz der teils kurzen Nacht pünktlich von der dritten und letzten Vortragssession begonnen und endete kurz nach Mittag mit dem Abschlussvortrag von Dr. Nina Bahnemann zum Thema „Microfluidics in der Zellkulturtechnik und 3D gedruckte Lab-on-a-Chip Systeme im Zukunftstrend“. Daraufhin wurde der Preis für den besten Vortrag an Peter Werner (Universität Potsdam) vergeben. Den Preis für das beste Poster teilten sich Marvin Münzberg (Universität Potsdam) und Thomas Herl (Universität Regensburg). Weitere Vortragspreise gingen an Daniel Marquardt (Uni Hannover) und Timo Raith (Uni Rgensburg).

Nach durchweg positivem Feedback und herzlicher Verabschiedung trennten sich die Teilnehmer in Reisegruppen mit ähnlichen Zielen. Dabei bestand Einigkeit, dass es auch 2018 eine Ausgabe des Doktorandenseminars geben müsse, um die neu geknüpften Kontakte zu vertiefen.

Unser besonderer Dank geht an das neue Organisationsteam um Alina Matt, das für einen absolut reibungslosen Ablauf während als auch vor der Veranstaltung sorgte.

Thomas Schiewe, Uni Potsdam

Bericht vom 12. Kolloquium Prozessanalytik in Berlin zum Themenschwerpunkt: „Prozessanalytik in der Pharma- und Lebensmitteltechnologie“, Berlin

Das 12. Kolloquium würdigte mit dem diesjährigen Schwerpunkt auf der Pharma- und Lebensmittel-technologie zwei technisch-wissenschaftliche Bereiche, die sich zum einen die Aufgabe gestellt haben, für jeden und jede Krankheit etwas parat zu haben, und zum anderen daran arbeiten, nicht nur den Hunger zu bekämpfen, sondern täglich auch eine unermessliche Auswahl an Lebensmitteln für eine ausgewogene Ernährung zur Verfügung zu stellen.

Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Prozessanalytik-Fachtagung, die in diesem Jahr bei der Bayer Pharma AG in Berlin zu Gast war. Zum zweiten Mal wurde dem Kolloquium eine Opening Session mit Einführungsvorträgen zum Themenschwerpunkt am Vortrag vorangestellt, die von über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurde. Das Programm wurde durch 16 Aussteller und fast 30 Posterbeiträge abgerundet.

In beiden Arbeitsgebieten bestehen nach wie vor große Herausforderungen. Phamaka etwa stehen bei weitem nicht überall auf der Welt in gleichmäßiger Qualität und bezahlbar zur Verfügung. Auch die noch immer schnell wachsende Bevölkerung sowie der fortschreitende Klimawandel stellen die Lebensmittel-produzierende Industrie sowie die Erzeuger vor die immer größer werdende Aufgabe, nachhaltigere und insbesondere ergiebigere Verfahren zu entwickeln und umzusetzen. Die Prozessanalytik kann und wird an diesen Stellen ihren Beitrag leisten.

Die Anforderungen an die Prozessanalytik für die Pharma- und Lebensmittelproduktion weisen viele Parallelen auf. So sind beide Bereiche heutzutage regulatorischen Anforderungen unterworfen, die auf der Basis einer risikobasierten Vorgehensweise beruhen, womit Entwicklungs-, Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse sowohl für die Produzenten als auch für die überwachenden Behörden deutlich verbessert und beschleunigt worden sind. Diese erfreuliche Entwicklung hat ihr Ende aber noch lange nicht gefunden und die die Verfahren befinden sich noch immer in einem starken Wandel. Dennoch haben sie bereits jetzt dazu beigetragen, dass zum Beispiel viele Produktionsmaschinen und Teilanlagen ihre Prozessanalytik bereits an Bord haben, wie etwa der Mähdrescher mit eingebauter Online-Spektroskopie und GPS-Kartierung für das Precision Farming oder die Gefriertrocknungsanlage mit 100-%-Trocknungskontrolle am vereinzelten Produkt.

Auf dem Kolloquium wurden die wichtigsten Herausforderungen zu den Themen technologie- und verbrauchergetriebenen Herstellungsverfahren, von Phenotyping und Digital Farming über rote und grüne Biotechnologie bis hin zur Laborautomation unter Einsatz der Hochdurchsatz-Experimentation aufgegriffen. Die in der Pharma- und Lebensmittelherstellung gesteckten Ziele sind hoch und entsprechend groß sind die zu erwartenden Vorteile: Im sogenannten Real Time Release wird die Qualität des finalen (Zwischen-)Produktes ausschließlich aus In-Prozess-Kontrollen oder Prozessdaten abgeleitet. Für jede produzierte Charge lässt sich die Konformität zu akzeptierten Qualitätsmerkmalen aufzeigen und diese damit ohne weitere Endkontrolle freigeben. Der konsequente Einsatz von Real Time Release ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für die kontinuierliche Produktion (Continuous Manufacturing), die die Pharmazeutische Industrie eines Tages adaptieren wird. Im historischen Rückblick haben sich fast ausnahmslos alle Zweige der Produktion in der Prozessindustrie mehr und mehr hin zu einer kontinuierlichen Produktion gewandelt. Man kann davon ausgehen, dass die Qualitätssicherungskosten bei konsequenter Implementierung von PAT von derzeit ca. 30 % in zukünftig einen kleinen einstelligen Prozentbereich der COGS gesenkt werden können. Gleichzeitig führt der Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der Produkte selbst sowie ihrer Herstellungsprozesse. Die Qualität wird sozusagen intrinsisch eingebaut. So kann die Sicherheit für den Verbraucher sogar noch gesteigert werden und der Kostenanstieg im Gesundheitssystem wird deutlich gedämpft.

Prozessanalytik-Award 2016 des AK Prozessanalytik

Der Prozessanalytik-Award 2016 des AK Prozessanalytik konnte im Rahmen des 12. Kolloquiums Prozessanalytik 28.-30.11.2016 in Berlin dieses Jahr zum achten Mal verliehen werden. Der Preis wird für die besten Qualifizierungsarbeiten auf dem Gebiet der Prozessanalytik im zurückliegenden Jahr vergeben. Aus den Bewerbungen hat ein Preis-Komitee des Vorstands des Arbeitskreises die Preisträgerinnen ausgewählt. Der Preis besteht jeweils aus einer Urkunde, einem Preisgeld in Höhe von € 1.000 und einer zweijährigen kostenfreien Mitgliedschaft in der GDCh oder DECHEMA.

Der Preis wurde verliehen an Herrn Marco Wunsch, BASF SE für seine Masterarbeit: ,,Untersuchung der Eignung des Verfahrens Multiplexing GC für prozessanalytische Messungen“. Seine Masterarbeit fertigte Herr Wunsch an der Hochschule Mannheim an.

In seiner Arbeit untersuchte Herr Wunsch die Multiplexing GC für prozessanalytische Messungen. Dabei wurde eine Analysenmethode mit dem Verfahren der Hadamard-Transformations-basierten Multiplex-Gaschromatographie (mpGC) entwickelt. Damit gelang der quantitative Nachweis von Benzol, Toluol, Ethylbenzol und den 3 Strukturisomeren des Xylols (BTEX) im Messbereich von 1–10 ppb in einem CO2 Strom. Die Probe wird mit Hilfe eines Multiplex-Injektors bis zu 512 Mal nach einer pseudozufälligen Sequenz in einen Gaschromatographen injiziert. Der Testchromatograph lieferte die gesamte Zeit zuverlässig Messwerte. Damit konnte die Robustheit und Zuverlässigkeit der Messmethode mpGC als prozessanalytische Messung in einer chemischen Produktionsanlage gezeigt werden.

Bericht vom 11. Kolloquium des Arbeitskreises Prozessanalytik, Wien, 30.11.–02.12.2015

Neben zahlreichen Festakten zu ihrem 200-jährigen Bestehen war die TU Wien in diesem Jahr vom 30. November bis zum 2. Dezember auch Gastgeber des 11. Kolloquium des Arbeitskreises Prozessanalytik. Den knapp 180 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde so im klassizistischen Ambiente der Technischen Universität direkt im Herzen der Wiener Innenstadt eine erstrangige Umgebung für ihre fachlichen Diskurse im „Trialog“ zwischen Wissenschaftlern, Herstellern und Anwendern geboten.

Zur besonderen Förderung unserer Nachwuchs-Prozessanalytiker wurden dieses Jahr 17 Reisekostenstipendien vergeben.

Wie im Vorjahr wurde bereits für den Anreisetag ein optionales Vorprogramm angeboten. Zum einen fand die Besichtigung der Firma Borealis AG statt, einem der weltweit führenden Hersteller von Kunststoffen. Parallel zur Firmenbesichtigung wurde in einem Konferenzvorkurs zum Thema Ressourcenanalytik versucht, sich diesem anspruchsvollen Anwendungskontext prozessanalytisch zu nähern. Bei der Erschließung, Förderung und Umsetzung von natürlichen Rohstoffen gewinnen analytische Online-Verfahren eine immer größere Bedeutung. Gleichzeitig liegen die Analyte jedoch in sehr heterogenen Matrizes vor, sodass die Ressourcenanalytik ein sehr herausforderndes, für Fachleute damit aber auch sehr spannendes Thema ist. Mit einer Stadtrundfahrt sowie einem anschließenden Besuch auf dem Weihnachtsmarkt wurde das Vorprogramm schließlich prozesssicher abgerundet.

Am Folgetag startete nach einem Begrüßungskaffee die Hauptveranstaltung mit einer Begrüßung nebst Einführung durch Gastgeber Prof. Dr. Christoph Herwig sowie den Vorsitzenden des Arbeitskreises Dr. Michael Maiwald.

Themenschwerpunkt des 11. Kolloquiums war „Vom Sensor zur Prozessintelligenz“. Diskutiert wurde damit über die neusten Fortschritte in der Messtechnik und deren Implementierung sowie über neue Aspekte der Modellierung und das Umsetzen, also das Leben des daraus generierten Wissens im Prozess.

Für diesen interdisziplinären Brückenschlag fanden an den beiden Hauptveranstaltungstagen vier Sessions mit jeweils drei Fachvorträgen und anschließender Diskussion statt:

Im ersten Vortragsblock Sensoren – „messen“ wurden beispielhaft neue Messtechniken sowie übergeordnet deren Einbindung in die digitale Welt über Zukunftstrends wie Industrie 4.0 oder die Technologieroadmap Prozess-Sensoren 4.0 beschrieben.

Mit Automatisierung – „implementieren“ wurden in einer zweiten Session Herausforderungen aber auch konkrete Lösungswege bei der Implementierung von Messtechnik im industriellen Umfeld aufgezeigt.

Die Vortragsreihe Modelle – „erkennen“ widmete sich am zweiten Veranstaltungstag der Fragestellung, wie Messergebnisse in Wissen transferiert werden können, wobei insbesondere entsprechende Erfahrungen aus der Bioprozesstechnik zugänglich gemacht wurden.

Ebenfalls am zweiten Tag war schließlich Life-Cycle-Management – „leben“ Titel der „österreichischen Session“ zum Schwerpunktthema des Kolloquiums. In den drei Vorträgen wurde gezeigt, wie einmal generiertes Prozesswissen durch gutes Wissensmanagement und dessen Werkzeuge nicht nur tradiert sondern auch transferiert werden kann.

Nicht nur da mittlerweile fast schon Tradition durfte die Podiumsdiskussion am Abend des ersten Veranstaltungstages auch diesmal nicht fehlen. Professionell und im Wiener Dialekt durch Peter Illetschko (Der Standard) moderiert diskutierten Prof. Dr. Christoph Herwig (TU Wien), Dr. Michael Kloska (BASF SE), Dr. Carsten Uerpmann (Kaiser Optical Systems) und Dr. Martin Gerlach (Bayer Technology Services) zum Thema „PAT, was und wofür ist das eigentlich?“ und suchten gemeinsam nach Antworten auf die Frage „Keiner versteht die PAT, wollen wir das so belassen?“

Besondere Berücksichtigung fanden beim diesjährigen Kolloquium auch die fast 40 hochqualitativen Posterbeiträge. Neben den ausgedehnten Postersessions an beiden Veranstaltungstagen erhielten die Autoren in zwei Posterslams jeweils eineinhalb Minuten Zeit, ihre Arbeit vorzustellen und das Fachpublikum zu vertiefenden Gesprächen im Anschluss einzuladen. Damit rückten nicht nur diese wertvollen Beiträge noch mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit, auch das Auditorium hatte so Gelegenheit, die Posterausstellung noch gezielter wahrzunehmen. Unverändert zu den Vorjahren wurden auch in Wien die drei besten Posterbeiträge mit gut dotierten Preisen gewürdigt. Vom Fachpublikum ausgewählt wurden:

 

 

 

1. Posterpreis:      Frau Viktoria Zettel, Universität Hohenheim: „Mit Hilfe der Prozessanalytik auf dem Weg zum intelligenten Gärschrank“

2. Posterpreis:      Herr David J. Wurm, TU Wien: “Two online tools to discriminate between intact, leaky and lysed E. coli cells”

3. Posterpreis:      Herr Alexander Brächer, TU Kaiserslautern: “Quantitative Monitoring of a Reactive Chromatography Process by Inline NMR Spectroscopy”

Nicht unerwähnt bleiben darf auch der gelungene Gesellschaftsabend im angesehenen Palais Ferstel. Bei einem hervorragenden Menü in beeindruckender Atmosphäre wurde unser bekannter prozessanalytischer Trialog schnell zu einem geselligen „Mulitlog“. An dieser Stelle passt der Dank an die Gastgeber der TU Wien für ihre reibungslose Organisation der Fachveranstaltung im Kuppelsaal der Universität und das wunderbare Rahmenprogramm. Ein ganz besonderer Dank geht dabei an Frau Vanessa Karabetian. Den Tagungsteilnehmern wird das Kolloquium lange in sehr guter Erinnerung bleiben.

Ebenfalls großer Dank gebührt den zwölf Sponsoren, ohne die die Veranstaltung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre und die durch ihr Engagement in der Herstellerausstellung auch dieses Jahr erlebbar und anfassbar gemacht haben, was moderne instrumentelle Prozessanalytik heutzutage ausmacht.